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Laufen, Lernen, Lieben – was steckt dahinter?

Glückliches älteres Paar © contrastwerkstatt
26.04.2012

Er kritisierte Trends wie „Anti-Aging“ als Modeerscheinung und propagierte „Laufen, Lernen, Lieben“ als Kurzformel für gesundes Altern: Professor Leopold Rosenmayer gilt als Pionier der Altersforschung in Österreich. 

Während seiner wissenschaftlichen Arbeiten lebte er längere Zeit bei westafrikanischen Stämmen und war bis zu einem Kletterunfall vor rund zehn Jahren als Bergsteiger aktiv. Vor Kurzem feierte der renommierte Forscher seinen 87. Geburtstag. Aus diesem Anlass führte das Magazin „Gesundes Österreich“ mit Leopold Rosenmayer ein Gespräch über lebenswertes Altern, Beziehungen als Quelle der Gesundheit und die Bedeutung von Bewegung. Wir bringen Auszüge des Interviews:

Ist das hohe Alter ausschließlich eine Zeit wachsender Belastungen?


Nein, im Alter können neue Kräfte und Möglichkeiten hervorgerufen werden. Doch wir sollten uns keine Illusionen machen und uns gar an Modeerscheinungen wie dem „Anti-Aging“-Trend orientieren. „Forever young“ gibt es nicht, da wir in jedem Moment unseres Lebens altern. Aber wir können uns unter Bemühungen erneuern, einen wachen Geist behalten und immer neu an geänderte Bedingungen anpassen. Es geht darum, sich den Herausforderungen des Alterns zu stellen und keinesfalls in Passivität zu verfallen oder bei Schwierigkeiten sich aufzugeben.

Prof. Leopold Rosenmayr © Fonds Gesundes Österreich/Klaus Pichler

Was verstehen Sie darunter?

In Kurzform die drei „L“: Laufen, Lernen und Lieben. Diese drei „L“ habe ich schon vor zwanzig Jahren erstmals in Deutschland bei einem Vortrag propagiert. Sie wurden seither auch immer wieder zitiert oder einfach übernommen. Laufen steht nicht für sportliches Laufen, sondern ganz allgemein dafür, in Bewegung zu bleiben, besonders auch zu gehen.
Lernen bedeutet, sich auch im Alter stets mit Neuem auseinanderzusetzen. Beides sind Voraussetzungen für die Liebe. Im Alter können wir uns nochmals in der Fähigkeit üben, Beziehungen einzugehen oder zu vertiefen und uns im anderen wiederzufinden. Lieben zu können ist die höchste Kunst. Es bedeutet, dem anderen das geben zu können, was er oder sie tatsächlich braucht – und nicht, wovon wir glauben oder erwarten, dass es gebraucht wird.

Welche Rolle spielen Beziehungen und Zärtlichkeit im hohen und höchsten Alter?


Beziehungen ermutigen und stützen ganz entscheidend die Bemühungen um den eigenen Körper, von der Gehfähigkeit bis zur Bewältigung des Alltags und zum konstruktiven Nachdenken über sich selbst. Sie können in hohem Maße zu unserer Gesundheit beitragen. Dazu gehören zärtliche und sexuelle Beziehungen – auch im Alter. Die Fähigkeit dazu sollte aufrechterhalten werden, auch mit Bemühungen. Man sollte aber akzeptieren können, dass manches nicht mehr in derselben Form möglich ist wie in früheren Jahren. Genuss ist einer der wichtigen Erfüllungsmomente im Leben.

Hinweis Das ausführliche Interview mit Prof. Leopold Rosenmayer finden Sie in „Gesundes Österreich“, Magazin für Gesundheitsförderung und Prävention, April 2012. Das Magazin des FGÖ kann gratis bestellt oder heruntergeladen werden.

Weitere Informationen: Gesund im Alter (Gesundheitsportal)

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