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So isst Österreich: Ernährungsbericht 2012

Mann und Frau in Badekostüm © Fotolia Mic-03
01.10.2012

Wie sich Herr und Frau Österreicher ernähren und welche Auswirkungen dies u.a. auf ihre Nährstoffversorgung und das Körpergewicht hat, beleuchtete der Ernährungsbericht bereits in vergangenen Jahren im Detail. 

Neu am aktuellen Bericht ist, dass neben den Befragungen und Messungen von Gewicht, Größe und Bauchumfang an über 1.000 Studienteilnehmerinnen/-teilnehmern zusätzlich laborchemische Analysen von Blut und Harn durchgeführt wurden.

Der Ernährungsbericht 2012 ermöglicht somit präzisere Aussagen über den Ernährungs- und Gesundheitszustand der Bevölkerung. Aufgrund der unterschiedlichen Erhebungsmethoden beider Berichte können die Ergebnisse nur bedingt direkt verglichen werden. Dennoch ist das Fazit 2012 kein neues: Übergewicht stellt in den meisten Altersgruppen ein gewichtiges Problem dar. Besonders alarmierend: Bei Kindern wurde im Vergleich zur Voruntersuchung aus dem Jahr 2008 ein weiterer Anstieg verzeichnet.

Nach wie vor wird in Österreich zu fettig, zu salzig und zu wenig Obst und Gemüse gegessen. Der Nährstoffstatus wird im Wesentlichen als gut beurteilt. An Vitaminen und Mineralstoffen mangelt es in Österreich nicht, nur manche werden als „Risikonährstoffe“ bezeichnet.

Übergewicht und Fettleibigkeit in Österreich

Dass sich ein Zuviel an Nahrung, häufig kombiniert mit einer falschen Zusammenstellung, sowie ein Mangel an Bewegung auf der Körperwaage niederschlagen, spiegeln auch die österreichischen Daten zu Übergewicht und Adipositas wider:

  • Schulkinder (sieben bis 14 Jahre): Beinahe jedes vierte Kind (24 Prozent) ist in Österreich übergewichtig bzw. adipös (fettleibig). Das ist ein Anstieg im Vergleich zu den Zahlen aus 2008. Die Häufigkeit der Adipositas (schweres Übergewicht) ist bei Buben im Vergleich zum Jahr 2008 gleich geblieben, bei den Mädchen gesunken.
  • Erwachsene (18 bis 64 Jahre): 40 Prozent der Erwachsenen sind übergewichtig, zwölf Prozent davon sogar stark fettleibig. Wobei Männer deutlich öfter übergewichtig bzw. adipös sind als Frauen (Männer: 52 Prozent; Frauen: 28 Prozent).
  • Ältere Menschen (65 bis 80 Jahre): Ein Drittel der älteren Bevölkerung ist übergewichtig bzw. adipös. Entgegen den Ergebnissen der Altersgruppe zwischen 18 bis 64 Jahren sind bei den älteren Menschen Frauen deutlich häufiger übergewichtig als Männer (Männer: 28 Prozent, Frauen: 37 Prozent). Mehr als die Hälfte der älteren Menschen hat einen zu hohen Körperfettanteil.
Details aus dem Ernährungsbericht 2012
  • Zu hoher Verzehr an gesättigten Fettsäuren: Durch den zu häufigen Konsum von Fleisch- und Wurstwaren wird in Österreich generell zu viel an gesättigten Fettsäuren gegessen. Durchaus häufiger dürfte man hierzulande allerdings bei Fisch und hochwertigen pflanzlichen Ölen zulangen. Die enthaltenen mehrfach ungesättigten Fettsäuren wären gut für die Gesundheit.
  • Zu hoher Salzkonsum: Mehr als der Hälfte der Erwachsenen und älteren Menschen isst pro Tag beinahe zwei Teelöffel Salz – das ist deutlich zu viel und sogar über dem als gesundheitlich bedenklich eingestuften Wert von zehn Gramm/Tag. Wünschenswert wäre eine maximale Aufnahme von sechs Gramm/Tag. Das Salz kommt vorwiegend aus verarbeiteten Lebensmitteln wie z.B. Brot, Wurst und Käse.
  • Zu wenig an komplexen Kohlenhydraten & Ballaststoffen: Der überwiegende Anteil der Ernährung sollte aus Kohlenhydraten bestehen. Der aktuellen Untersuchung zufolge wird in Österreich generell zu wenig an komplexen Kohlenhydraten und somit auch Ballaststoffen gegessen. Zugreifen sollte man also vermehrt bei stärkehaltigen Lebensmitteln, Vollkornprodukten, Gemüse und Hülsenfrüchten. Lediglich Schulkinder nehmen die min. empfohlene Menge von 50 Prozent an Energie durch Kohlenhydrate zu sich, sie übersteigen dabei jedoch die empfohlene Zufuhr an Zucker.
  • Gut versorgt – Vitamine und Mineralstoffe: Ausreichend versorgt ist die Bevölkerung mit den meisten Vitaminen und Mineralstoffen. Lediglich Vitamin D, Folsäure, Calcium und Jod werden im Bericht als „Risikonährstoffe“ bezeichnet. Bei den Schulkindern und Frauen im gebärfähigen Alter (unter 50 Jahren) ist zudem die Versorgung mit Eisen, bei männlichen Erwachsenen und älteren Menschen mit Magnesium sowie bei älteren Menschen mit Vitamin A, C und Zink grenzwertig.
Die Ergebnisse des Ernährungsberichts 2012 unterstreichen die Wichtigkeit der Maßnahmen des Nationalen Aktionsplans Ernährung (NAP.e) des Gesundheitsministeriums, Unser Schulbuffet und Richtig essen von Anfang an sind nur einige der aktuellen Maßnahmen des NAP.e. Weitere Informationen erhalten Sie unter:
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