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Nanotechnologie: Chancen und Risiken verstehen

Nanokristall © psdesign1
20.11.2012

Im Alltag finden sich heute viele Produkte mit Nanotechnologie: Von Baumaterialien, Elektronikgeräten und Textilien bis hin zu Kosmetika oder Sonnenschutzmittel. Forschung und Industrie arbeiten intensiv an neuen Nanostoffen und Produkten. Mögliche Auswirkungen auf den menschlichen Körper und die Umwelt sind allerdings noch wenig untersucht.

Ein neues Informationsportal informiert umfassend über das Thema Nanotechnologie. Für die Entwicklung von www.nanoinformation.at ist ein Zusammenschluss aus österreichischen Behörden, Forschungseinrichtungen, Interessenvertretungen und NGOs unter der Leitung des Gesundheitsministeriums verantwortlich.

Das Portal wird von der Österreichischen Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) betrieben und ist eine Maßnahme im Rahmen des Österreichischen Nationalen Aktionsplans Nanotechnologie. Auch zukünftige Anwendungen und mögliche gesundheitliche Risiken werden ausführlich dargestellt.

Was ist Nanotechnologie?


Die Nanotechnologie beschäftigt sich mit der Manipulation und Herstellung von Stoffen auf atomarer oder molekularer Ebene. Laut www.nanoinformation.at werden schon heute Hunderte von chemischen Stoffen in Form von Nanopartikeln, -röhrchen oder Nanoplättchen in einer Vielzahl von Produkten eingesetzt, um deren Eigenschaften zu verbessern, z.B. die Reaktionsfähigkeit, die Leitfähigkeit oder die Zug- und Bruchfestigkeit. Für die Zukunft werden viele Innovationen durch die Nanotechnologie, insbesondere bei Werkstoffen, in der Medizin, Energie- und Umwelttechnik erwartet.

Nanomaterialien und Gesundheitsgefahren


Nach derzeitigem Wissensstand geht man davon aus, dass lösliche und biologisch abbaubare Nanomaterialien keine Gefährdung für die Gesundheit darstellen. Bei unlöslichen bzw. nicht-abbaubaren Nanomaterialien ist jedoch Vorsicht geboten, wenn sie in freier Form vorliegen. Nanopartikel können unter bestimmten Bedingungen über die Lunge, die Haut bzw. Schleimhäute, den Magen-Darm-Trakt, den Blutkreislauf oder über den Riechnerv sowie über den Verdauungstrakt in den menschlichen Körper aufgenommen werden. In den meisten Anwendungen und Produkten liegen Nanomaterialien jedoch in gebundener Form vor, sodass ein mögliches Gesundheitsrisiko als sehr gering eingeschätzt wird. Im Bereich des Arbeitnehmerschutzes sind allerdings entsprechende Maßnahmen notwendig, um Personen, die Nanomaterialien herstellen oder diese verarbeiten, vor möglichen Gesundheitsrisiken zu schützen.

Wirkungen im Körper noch unbekannt


Untersuchungen an Zellkulturen und an Tieren haben gezeigt, dass bestimmte Nanomaterialien negative Wirkungen zeigen können. Insbesondere, wenn sie eingeatmet und über die Lunge aufgenommen werden, ist die Entstehung von Entzündungen möglich, da Nanopartikel aufgrund ihrer geringen Größe bis in die Lungenbläschen (Alveolen) vordringen können. Sind die Nanopartikel aber fest in ein anderes Material eingebunden (z.B. in einen Kunststoff), dann ist eine gesundheitliche Gefährdung nicht wahrscheinlich. Wie sich Nanomaterialien im menschlichen Körper verhalten, wie sie sich verteilen, ob sie sich anreichern oder ausgeschieden werden, ist derzeit noch weitgehend unbekannt.

Umfassende Informationen


Das Portal www.nanoinformation.at beschreibt ausführlich Grundlagen der Nanotechnologie und enthält u.a. detaillierte Informationen über Produkte sowie über die Themen Umwelt, Gesundheit, Arbeitswelt, Lebensmittel, rechtliche Fragen sowie den Österreichischen Aktionsplan.

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