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Selbst gepflückt: Wildkräuter und -früchte

Kräuterkorb © Joerg Mikus
16.08.2011

Unwissend tritt man auf sie oder geht an ihnen in Wald oder auf der Wiese vorbei. Die Natur ist reich an Wildfrüchten und -kräutern, aus denen sich allerhand Schmackhaftes zubereiten lässt.

Wildkräuter und -früchte sind mit ihren teils hübschen Blüten und dem köstlichen Geschmack eine Bereicherung auf dem Teller. Einer der bekanntesten Vertreter ist wohl der Bärlauch. Doch nicht nur im Frühling, sondern beinahe das ganze Jahr über bietet die Natur Abwechslung aus freier Wildbahn. Praktisch zum Mitnehmen und ohne großen Pflegeaufwand warten sie nur darauf, gepflückt zu werden. Greifen Sie zu!

Gesundes am Waldesrand


Wildkräuter und -früchte sind reich an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Zudem fordern sie unseren Geschmacksinn mit neuen Geschmacksrichtungen zu neuen Erlebnissen heraus! Sie fördern die Verdauung, unterstützen den Stoffwechsel und stärken das Immunsystem. Wilde Früchte sind besonders reich an Vitamin C und Mineralstoffen – sie können frisch genossen oder für den Winter eingekocht werden.

Wildes im Sommer


Man sollte immer genau wissen, was man pflückt, da in der Natur auch viele giftige Früchte und Pflanzen vorkommen. Der Verzehr ungenießbarer Früchte oder Pflanzen kann von einer Magenverstimmung bis zur schweren Vergiftungen führen! Sind Sie sich nicht ganz sicher, helfen Bestimmungsbücher oder andere Hilfsmittel zur Identifizierung. Und noch etwas Wichtiges: Ernten Sie nur das, was Sie wirklich benötigen. Vergewissern Sie sich, ob die Pflanze oder Frucht zum Rohverzehr geeignet ist oder gekocht werden muss.

Hinweis Waschen Sie in der Natur Geerntetes immer gründlich unter fließendem Wasser!

Brennnessel


Die Brennnessel ist das Wildgemüse für Einsteiger: Sie ist leicht zu erkennen, einfach und überall zu ernten und schnell zubereitet. Brennnesseln können von April bis September geerntet werden. Je jünger, desto zarter sind sie. Da die lästigen Brennhaare durchaus Schmerzen verursachen können, ist die Ernte nicht ganz einfach – verwenden Sie Gummihandschuhe! Brennnesseln können wie Spinat gekocht werden. Sie enthalten im Vergleich zu Spinat jedoch mehr Ballaststoffe, weniger Nitrat, mehr Eisen und um 600 % mehr Vitamin C!

Brennnesselfritatten

Zutaten:

  • 200 g Dinkelmehl
  • 3 Eier
  • 400 ml Milch
  • 100 g Brennnessel
  • Salz und Öl
Zubereitung:

Brennnesseln blanchieren, fein hacken und mit den restlichen Zutaten zu einem Teig verrühren. Palatschinken backen, auskühlen lassen und fein nudelig schneiden.

Dieses Rezept stammt aus dem Kochbuch Kochen mit Gemüse. Saisonal – regional – frisch vom Fonds Gesundes Österreich. Vitaminbombe Hollerbeere


„Wenn du am Hollerbusch vorbeigehst, so ziehe deinen Hut!“ heißt es im Volksmund. Lange galt die Hollerstaude als Sitz der guten Hausgeister, beim Entfernen eines Strauches fürchtete man drohendes Unglück und sein Verkümmern sollte den Tod eines Familienmitglieds verkünden. Man sieht, schon vor langer Zeit genoss der Schwarze Holunder hohes Ansehen. Und noch heute wird er aufgrund seines gesundheitlichen Wertes geschätzt. Vom Holler sind sowohl die Blüten als auch die Beeren genießbar. Die Beeren haben einen hohen Gehalt an Kalium und Eisen, zudem sind sie reich an Vitaminen der B-Gruppe und Vitamin C. Gut lassen sie sich zu z.B. Hollermarmelade oder -gelee, -sirup und dem beliebten Hollerröster verarbeiten. Der Holler wächst gerne an Wald- und Wegrändern. Die Beeren sollten tiefschwarz sein und können ca. ab September geerntet werden.

Weitere Informationen finden Sie unter Schwarzer Holunder.

Hinweis Roh sollten die Hollerbeeren nicht gegessen werden, da sie einen giftigen Stoff enthalten, der zu Durchfall und Erbrechen führt.

Hollerröster

Zutaten:

  • 250 g Holunderbeeren
  • 125 ml Wasser
  • 1 Apfel
  • 3 Zwetschken (reif)
  • Saft einer ½ Zitrone (unbehandelt)
  • 1 Stange Zimt
  • 2 Nelken
  • ½ Pkg. Vanillepuddingpulver (oder Maisstärke)
Zubereitung:

Die Holunderbeeren waschen und entstielen. Im Wasser zusammen mit Zitronensaft, Zimt und Nelken ca. 20 Minuten köcheln lassen. Währenddessen Apfel schälen, Gehäuse entfernen und würfelig schneiden. Zwetschken halbieren und entkernen. Apfel und Zwetschken weitere zehn Minuten mitköcheln lassen. Währenddessen Puddingpulver mit etwas Wasser anrühren. Hollerröster vom Herd nehmen. Zimtstange und Nelken entfernen. Das angerührte Puddingpulver untermischen und abkühlen lassen. Nach Belieben süßen. Weitere Informationen zu Wildkräutern und -früchten bietet die Broschüre „Wilde Sachen zum selber machen“, die bei die umweltberatung bestellt werden kann.
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