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Wandern: Sicher in den Bergen unterwegs

Detailaufnahme Wanderschuh © Richard Villalon
29.08.2011

Spätsommer und Herbst sind die ideale Zeit zum Wandern und Bergsteigen. Das Wetter ist meistens stabiler als im Hochsommer, auch Gewitter treten seltener auf. Viele zieht es hinaus in die Natur auf die Suche nach einem schönen Bergerlebnis. Wandern gilt im Vergleich zu den boomenden Erlebnissportarten Klettersteig-Gehen und Freiklettern als risikoarm. Doch die Unfallzahlen der letzten Monate und Jahre zeigen einen gegenteiligen Trend.

So haben 2010 in Österreich die tödlichen Unfälle beim Gehen und Wandern im sogenannten leichten Gelände deutlich zugenommen (124 Personen 2010 im Vergleich zum 13-jährigen Durchschnitt mit 113 Personen), während die Todesfälle beim Klettern und bei Klettersteigen zurückgingen (16 Personen 2010 im Vergleich zum 13-jährigen Durchschnitt mit 26 Personen).

Und auch in der heurigen Bergsaison dürfte sich der Trend fortsetzen, besonders wenn schöne Wetterphasen noch bevorstehen. Bis Mitte August 2011 verunglückten bereits 70 Personen im Gehgelände tödlich. Ein Blick auf die Ursachen zeigt: Rund die Hälfte der Verunfallten erlag einer Herz-Kreislauf-Schwäche, bei der anderen Hälfte waren zum Beispiel Stolpern, Stürzen oder Verirren die Auslöser. Mehr als 60 Prozent der Unfallopfer sind übrigens Österreicherinnen und Österreicher.

Überschätzung des Könnens

Die Unfallursachen liegen laut dem Präsidenten der Österreichischen Bergrettung, Franz Lindenberg, in einer – teilweise auch unbewussten – Überschätzung des eigenen Könnens und der eigenen Leistungsfähigkeit. So wird von der Bergrettung immer häufiger eine fehlende Sicherheit beim Gehen und Steigen beobachtet. Auch die körperliche Vorbereitung für eine anspruchsvolle Tour wird oft auf die leichte Schulter genommen und die eigene Kondition überschätzt. Die Folgen sind Überanstrengung, Ermüdung und Erschöpfung schon während der Tour.

Empfehlenswert sei, so Hanno Bilek vom Kuratorium für Alpine Sicherheit, die Saison mit leichteren und kürzeren Touren zu beginnen und sich allmählich ans sichere Steigen und Bewegen im alpinen Gelände zu gewöhnen. Auch Sportkletterinnen und Sportkletterern, die in der Halle ausgezeichnete Kletterfertigkeiten trainiert haben, fehle manchmal die Routine für ein sicheres Verhalten in der realen Bergwelt.

Trittsicherheit im leichten Gelände üben


Wo liegen nun die Schwierigkeiten? Im leichten Gelände kann man gehen, wandern und steigen, ohne besondere Kletterfertigkeiten beherrschen zu müssen. Eine gute Trittsicherheit kann aber auch im leichten Gelände notwendig werden. Zum Beispiel wenn der Weg durch steile Hänge, Felsschrofen, Wiesen oder Schneefelder führt und nasse, rutschige Steine oder Wurzeln das sichere Gehen erschweren. Ausrutschen oder Stolpern erfordert eine rasche Reaktion und Gleichgewichtskorrektur, denn ein Sturz kann im abschüssigen Gelände fatale Folgen haben. Sicheres Bewegen im Gelände ist eine Fähigkeit, die Kinder auf Spielplätzen und beim Herumtollen im Freien automatisch üben und auch Erwachsene relativ rasch wieder erlernen können. Diese Fähigkeit geht aber bei lang dauernden sitzenden Tätigkeiten oder ausschließlichem Gehen auf asphaltierten Wegen verloren.

Sicherheitstipps

Bergwandern bietet zwar auf den ersten Blick weniger „Action“ als Klettern und Co. Selbstständige Entscheidungen und Eigenverantwortung werden aber auch hier großgeschrieben.

Zum sicheren Wandern und Bergsteigen gehört unter anderem:

  • Richtige Tourenplanung: Aus Karten, Tourenführern oder Informationen von Einheimischen bzw. aus dem Internet lassen sich wichtige Fakten über die geplante Tour ablesen, zum Beispiel über die Steilheit des Geländes, die Höhenmeter oder die Länge der Tour. Auch die Ausrüstung und Verpflegung kann für die Sicherheit entscheidend sein. Achtung: Im Herbst sind die Tage deutlich kürzer als im Sommer!
  • Richtige Selbsteinschätzung: Alle Personen, die an der Tour teilnehmen, müssen über ausreichendes Können und entsprechende Ausdauer verfügen.
  • Wetter beachten: Ein wichtiger Sicherheitsfaktor ist das Einholen einer Wetterprognose. Auch während der Tour sollte das Wetter beobachtet werden. Bei Schlechtwetter kann es sicherer sein, die Tour abzubrechen.

Ausführliche Sicherheitstipps wurden von der Österreichischen Bergrettung zusammengestellt. Sie sollen helfen, Unfälle in den Bergen zu vermeiden.

Hinweis Im Notfall kann über die Bergrettung (140) oder den Euronotruf (112) Hilfe geholt werden.

Weitere Informationen:

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