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Vernetzung zwischen Ordensspitälern

Arzt beim Computer © Konstantin Sutyagin
21.07.2011

Wie die Vernetzung von Patientendaten und -befunden in der Praxis ablaufen kann und welche Konsequenzen sich daraus ergeben, veranschaulicht ein Projekt zwischen zwei Ordenseinrichtungen, der Vinzenz Gruppe und den Barmherzigen Brüdern.

Gemeinsamer Zugriff auf Befunde


Seit nunmehr einem Monat sind neun Spitäler bundesländerübergreifend vernetzt. Die Geburtsstunde dazu erfolgte bereits vor ca. zehn Jahren. Damals intensivierten das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern und der Barmherzigen Brüder in Linz () ihre Zusammenarbeit, u.a. durch den gemeinsamen Zugriff auf elektronisch gespeicherte Patientendaten sowie -befunde.

Die elektronische Gesundheitsplattform der Ordensspitäler, kurz: eGOR, umfasst bereits rund 500.000 Befunde und andere Dokumente von 120.000 Patientinnen/Patienten. Gestartet wurde das Projekt in Abteilungen mit besonders hohem Abstimmungsbedarf, z.B. Akutgeriatrie bei mehrfach erkrankten Patientinnen/Patienten. Nach und nach sollen alle Abteilungen integriert werden.

Die Leiter der beiden Ordenseinrichtungen mit eGOR sind überzeugt, dass mithilfe einer vernetzten Patientendokumentation sowohl zugunsten der Patientinnen/Patienten als auch des Gesundheitssystems Zeit und Kosten gespart werden können. „Wenn wichtige Informationen schneller zur Verfügung stehen, kann die Therapie auch früher beginnen“, so der Leiter der Vinzenz Gruppe bei der Präsentation von eGOR. „Für die Patienten ist das eine Verbesserung der Betreuungsqualität. Für das Gesundheitswesen bringt der Wegfall unnötiger Mehrfachuntersuchungen eine finanzielle Entlastung“, so der Gesamtleiter der Österreichischen Ordensprovinz der Barmherzigen Brüder.

Datensicherheit


Zur Sicherheit der Patientendaten wurde mit der Österreichischen Datenschutzkommission ein strenges Berechtigungssystem entwickelt, bei dem sich die Ärztin/der Arzt identifizieren muss. Nach schriftlicher Einverständniserklärung der Patientin/des Patienten sind die freigegebenen Daten für einen begrenzten Zeitraum einsehbar. Zudem ist nachvollziehbar, wer auf die Informationen zugegriffen hat. Die Erfahrung der beiden Ordenseinrichtungen zeigt, dass die Akzeptanz seitens der Patientinnen/Patienten sehr hoch ist – lediglich zwei Patienten haben bisher die notwendige Einwilligung abgelehnt.

Hohe Akzeptanz

Bis Jahresende sollen sich insgesamt 13 Spitäler zu dieser elektronischen Gesundheitsplattform zusammenschließen. Geplant ist die Aufnahmen von rund 254.000 stationären und 562.000 ambulanten Patientinnen/Patienten der 13 beteiligten Krankenhäuser in eGOR. Dies entspricht ca. zehn Prozent aller in Österreich behandelten stationären und sieben Prozent der ambulanten Patientinnen/Patienten.


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