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Hilfe, wenn Arbeit krank macht!

Handwerker bei der Arbeit © Ingo Bartussek
06.09.2011

Ein neues Beratungs- und Unterstützungsangebot soll speziell jenen Menschen helfen, die im Beruf mit gesundheitlichen Belastungen zu kämpfen haben. Das Programm „fit2work“ wurde Anfang September in der Steiermark gestartet und soll bis 2013 in ganz Österreich verfügbar sein. 

Ziel des Angebots ist eine nachhaltige Verbesserung des Gesundheitszustandes und somit der Arbeitsfähigkeit der Betroffenen. Es richtet sich an Angestellte und Selbstständige, aber auch an Personen, die maximal seit drei Monaten arbeitslos gemeldet sind. Vor allem psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angstzustände oder Burnout sind zunehmend für Krankenstände verantwortlich. Das fit2work-Programm soll hier vorbeugend helfen und eine krankmachende Berufssituation entschärfen.

Fälle aus der Praxis

Wie Fälle aus der Praxis zeigen, können berufliche Belastungen in fast jedem Alter zu schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen und den Verbleib im aktiven Arbeitsleben gefährden. Beispiel dafür, wie fit2work unterstützen kann: Einem 45-jährigen Verkäufer, der nach einem schweren Burnout im Krankenstand war, gelang es mit Unterstützung von fit2work, zunächst durch eine berufliche Rehabilitation seinen Gesundheitszustand zu stabilisieren. Kurz danach orientiert er sich im Job neu: Nach einer Ausbildung zum Bürokaufmann arbeitet er nun im Sekretariat einer Hochschule.

Ein anderer Fall: Eine 40-jährige Krankenschwester leidet an schmerzhaftem Weichteilrheumatismus. Zusätzlich ist die Frau durch familiäre Probleme belastet. Sie befürchtet, ihrer Arbeit als Krankenschwester körperlich und psychisch nicht mehr gewachsen zu sein und sucht nach einer neuen beruflichen Perspektive. Von der Gebietskrankenkasse wird ihr eine Beratung bei fit2work vorgeschlagen, um ihre Möglichkeiten, auch im Hinblick auf die Finanzierung einer Weiterbildung, zu analysieren. Der Vorschlag: Eine Ausbildung zur Seniorenanimatorin soll helfen, die Berufssituation zu verbessern.

So funktioniert fit2work

fit2work organisiert und kombiniert die Angebote verschiedener Partnerinstitutionen wie Rehabilitation, persönliches Coaching, berufliche Weiterbildung oder finanzielle Unterstützungen. Danach werden individuelle Lösungen ausgearbeitet. Persönliche Beraterinnen oder Berater begleiten die Betroffenen während des gesamten Prozesses. Die Betreuung ist kostenlos und vertraulich. Im Unterschied zum Arbeitsmarktservice (AMS) vergibt fit2work keine konkreten Stellenangebote, berät jedoch die Klientinnen/Klienten, wie sie ihre Chancen auf einen neuen Arbeitsplatz verbessern können.

Das Programm wurde von der Bundesregierung initiiert und ist im Arbeit-und-Gesundheit-Gesetz (AGG) gesetzlich verankert. Kooperationspartner der Initiative sind das Bundessozialamt, das Arbeitsmarktservice (AMS), die Gebietskrankenkassen (GKK), die Pensionsversicherung (PV), die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) und das Bundessozialamt (BSB).

Weitere Informationen: www.fit2work.at

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