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Welt-Diabetes-Tag: Behandlungsprogramme wichtig

Insulinspritze © dondoc-foto
14.11.2011

Die Zahl der Diabetes-Erkrankungen wird in den nächsten Jahrzehnten deutlich zunehmen. Laut der Internationalen Diabetes Vereinigung (IDF) soll in Europa die Zahl der erwachsenen Diabetikerinnen und Diabetikern von geschätzten 52,8 Millionen im Jahr 2011 auf mehr als 64 Millionen im Jahr 2030 anwachsen. 

Am jährlichen Welt-Diabetes-Tag am 14. November wird auf Initiative der IDF und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf das weltweite Problem steigender Diabetes-Erkrankungen aufmerksam gemacht. Als Symbol des Welt-Diabetes-Tages werden in vielen Ländern bekannte Gebäude blau beleuchtet. In Österreich sind es zum Beispiel der Klagenfurter Lindwurm oder die Bergisel-Schanze in Innsbruck. Im Mittelpunkt der Kampagnen zum Welt-Diabetes-Tag stehen Präventionsprogramme sowie die Wichtigkeit passender Betreuung und Schulung der Betroffenen, um belastende Komplikationen zu vermeiden.

Diabetes auch bei Jugendlichen im Steigen

Aktuelle Zahlen weisen darauf hin, dass auch zunehmend Kinder und Jugendliche an Typ-2-Diabetes erkranken. Vorwiegend handelt es sich dabei um stark übergewichtige Personen, bei denen bereits die Eltern oder Großeltern an Typ-2-Diabetes leiden. Aber auch Typ-1-Diabetes ist bei Jugendlichen im Ansteigen.

Typ-2-Diabetes zählt zu den Zivilisationskrankheiten und wird durch ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel, Rauchen oder Übergewicht begünstigt. Durch einen gesunden Lebensstil kann Typ-2-Diabetes vermieden werden. Beim selteneren Typ-1-Diabetes handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, die vermutlich durch eine Virusinfektion ausgelöst werden kann.

Therapie Aktiv – Diabetes im Griff

In Österreich bietet das Gesundheitsprogamm „Therapie Aktiv – Diabetes im Griff “ Typ-2-Diabetikerinnen und -Diabetikern eine optimale Versorgung nach dem neuesten Stand des medizinischen Wissens. Das Programm wurde 2007 von der Sozialversicherung in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Ärztekammer entwickelt.

Um die Lebensqualität zu erhöhen und die teils dramatischen Folgeerkrankungen möglichst zu verhindern, ist eine ganze Reihe strukturierter Maßnahmen notwendig: Lebensstilveränderungen, therapietreue Medikamenteneinnahme und regelmäßige Kontrolluntersuchungen wie z.B. der Augen und der Füße. „Therapie Aktiv – Diabetes im Griff“ bietet dazu eine Hilfestellung.

Ein zentrales Element ist, dass sowohl Ärztinnen und Ärzte als auch Patientinnen und Patienten gemeinsam an der Verbesserung des Gesundheitszustandes arbeiten. Zielvereinbarungen, unter Berücksichtigung der persönlichen Lebensumstände sollen helfen, den Lebensstil zu ändern. In leichteren Fällen reicht das sogar aus, um die Blutzuckerwerte in den Griff zu bekommen. Erste Evaluierungen zeigen gute Erfolge. Patientinnen und Patienten in Disease Management Programmen fühlen sich in einem höheren Ausmaß und besser betreut. Auch die notwendigen Untersuchungen finden regelmäßig statt.

Derzeit sind laut Information der Sozialversicherung nur rund 27.000 der rund 400.000 Diabetikerinnen und Diabetiker in Österreich in das Programm eingeschrieben. Nur rund 900 Arztpraxen bieten das Programm an. Damit könne allerdings der Patientenbedarf nicht abgedeckt und eine wohnortnahe Versorgung gewährleistet werden. So wie für die Patientinnen und Patienten ist auch für Ärztinnen und Ärzte eine Teilnahme am Programm freiwillig.

Weitere Informationen:

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