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Masernepidemie durch Impfen vorbeugen

Junges Mädchen wird geimpft © by-studio
11.05.2011

Viele Länder West- und Südeuropas sind seit Jahresbeginn von einer Masernepidemie betroffen. Nun wird vor allem in der Schweiz wegen der schlechten Durchimpfungsrate ein starker Anstieg der Masernfälle erwartet. In Österreich liegt die Zahl der Masernerkrankungen derzeit im normalen Durchschnitt, durch die kommende Reisesaison kann das Masernvirus jedoch vermehrt eingeschleppt werden.

Auf Impfschutz achten

Um in Österreich das Ausbreiten der Masernwelle zu verhindern, hat das Gesundheitsministerium vor Kurzem dazu geraten, den Masernimpfstatus zu überprüfen und fehlende Impfungen nachzuholen. „Wer Zweifel hat, ob er oder sie gegen Masern geimpft wurde, soll mit dem Impfpass zum Hausarzt oder Gesundheitsamt gehen. Die Impfung ist gratis“, erklärte Gesundheitsminister Alois Stöger. Die Bundesländer wurden ersucht, ausstehende Impfungen möglichst bald durchzuführen und bestehende Impflücken zu schließen.

Besonders junge Erwachsene von 15 bis 25 Jahren sollten auf mögliche Impflücken achten: Für sie besteht hierzulande die größte Infektionsgefahr, da für viele dieser Altersgruppe noch kein wirksamer Masernimpfstoff zur Verfügung stand. Wichtig ist ein vollständiger Impfschutz auch für Eltern von Kleinkindern. Da eine Schutzimpfung gegen Masern erst am Ende des ersten Lebensjahres möglich ist, sind nicht geimpfte Eltern – so wie jede andere nicht immunisierte Person – ein Infektionsrisiko für noch nicht geimpfte Babys.

Auch Ärztinnen/Ärzte und medizinisches Personal sollten zur eigenen Sicherheit sowie zum Schutz der Patientinnen und Patienten über einen wirksamen Masernschutz verfügen.

Impfschutz gegen Masern

Für Personen bis zum vollendeten 25. Lebensjahr steht der Impfstoff gratis zur Verfügung. Dafür wurde im Impfkonzept des Bundes, der Länder und der Sozialversicherung die Altersgrenze entsprechend angepasst. Auch für Personen über 25 Lebensjahren ist die Impfung aufgrund einer Aktion des Gesundheitsministeriums kostenfrei.

Zum Einsatz kommt ein Dreifachimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR). Bereits nach einmaliger Impfung beträgt die Schutzrate rund 96 Prozent und nach der zweiten Impfung 99 Prozent. Die Impfung kann jederzeit, auch im Erwachsenenalter, nachgeholt werden. Nach zwei Impfungen besteht – so wie nach einer überstandenen Masernerkrankung – lebenslange Immunität. In Österreich haben laut Informationen des Gesundheitsministeriums über 95 Prozent aller Kinder unter 15 Jahren mindestens eine, 80 Prozent sogar zwei Teilimpfungen erhalten.

Wo kann ich mich impfen lassen?

Die Impfungen werden von den kostenlos angeboten.

Kinder unter sechs Jahren können auch bei folgenden Einrichtungen geimpft werden:

  • Niedergelassenen Kinderärztin/niedergelassenen Kinderarzt
  • Niedergelassenen Ärztin/niedergelassenen Arzt für Allgemeinmedizin
  • Gesundheitszentren der Sozialversicherung
Masern – hohe Infektionsgefahr

Masern zählen zu den ansteckendsten Krankheiten. Die Masernviren werden leicht durch Husten, Niesen oder engen Körperkontakt übertragen und lösen bei jeder Person, die über keinen Impfschutz verfügt und auch nicht aufgrund einer früheren Masernerkrankung immun ist, eine Infektion aus. Eine Masernerkrankung schwächt die Abwehrkräfte des Körpers stark und kann zu gefährlichen Komplikationen, etwa einer Gehirnentzündung (Enzephalitis), führen. Die letzte große Masernepidemie trat in Österreich 2008 auf. Damals erkrankten 450 Personen, die nicht über einen Impfschutz verfügten. Im Vergleich dazu erkrankten 2010 in Österreich nur 52 Personen.

Weitere Informationen:

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