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Bei Insektenstichen richtig handeln!

Kuchen mit Wespen © Ingo Bartoussek
22.08.2011

Im Sommer haben die Insekten Hochsaison. Eine kurze Unaufmerksamkeit, eine unbedachte Bewegung und schon ist ein Stich passiert. Im Normalfall kein Grund zur Sorge. Insektenstiche können zwar jucken und schmerzen, sind aber meistens harmlos und heilen in kurzer Zeit auch wieder ab.

Manche Menschen können jedoch auf Insektenstiche allergisch reagieren. Dabei kann es bei leichten Fällen zu lokalen Reaktionen im Bereich der Einstichstelle kommen, im schlimmsten Fall kann sich aber auch ein lebensbedrohlicher Zustand entwickeln. Bei einer Insektenallergie wird beim erstmaligen Stich eine Sensibilisierung ausgelöst. Erst ein zweiter Stich löst die eigentliche allergische Reaktion aus. Expertinnen/Experten schätzen, dass ungefähr drei Prozent der Bevölkerung mit einem lebensbedrohlichen allergischen Schock reagieren können.

Insektengiftallergiker sollten darauf achten, nicht gestochen zu werden und Notfall-Medikamente zur Selbstbehandlung bei sich zu tragen. Dies vermindert nicht nur das Risiko einer allergischen Reaktion, sondern ermöglicht auch einen angstfreien Aufenthalt im Freien.

Welche Insekten können eine Allergie auslösen?


Zahlreiche Insektenarten können örtliche oder den ganzen Körper betreffende Reaktionen auslösen. Zu den häufigsten allergieauslösenden Insektenarten gehören die Honigbienen und die Wespen. Selten lösen Hummeln, Hornissen oder Ameisen allergische Stichreaktionen aus. In Einzelfällen können auch andere Insekten wie Mücken, Gelsen oder Bremsen zu allergischen Reaktionen führen.


Mögliche Folgen eines Insektenstichs
  • Leichte Lokalreaktion: Schwellung kleiner als 10 cm
  • Gesteigerte Lokalreaktion: Schwellung mehr als 10 cm und hält mindestens 24 Stunden an. Bei zirka 20 Prozent der Menschen kommt es nach einem Bienen- oder Wespenstich zu einer gesteigerten lokalen Reaktion. Die Schwellungen können den ganzen Arm oder das ganze Bein betreffen und sogar von Lymphdrüsenschwellungen oder Fieber begleitet sein. Auch wenn lokalallergische Mechanismen beteiligt sind, spricht man noch nicht von einer eigentlichen Allergie. Die Schwellungen können schmerzhaft sein und mehrere Tage andauern. Besonders gefährlich ist eine gesteigerte Lokalreaktion, wenn der Stich im Bereich des Gesichtes stattgefunden hat. Die Schwellungen können so massiv sein, dass es zu Verlegung der Atemwege kommt.
  • Reaktionen, die den ganzen Körper betreffen: Bei einer Insektengiftallergie kommt es zu Symptomen, die unmittelbar nach dem Stich den ganzen Körper betreffen. Die ersten Symptome treten meist wenige Minuten nach dem Stich auf und reichen von Hautsymptomen (Juckreiz, Rötung, Nesselfieber) über Schwellungen im Bereich der Augen und der Lippen. Weiteres kann es zu Übelkeit, Bauchschmerzen, Atemnot und Schwindel kommen. Bei der schwersten Form, dem sogenannten allergischen Schock, kommt es zu Bewusstlosigkeit, Blutdruckabfall und Kreislaufversagen.
Erste Hilfe bei Insektenstich

Nach einem Bienenstich bleibt der Stachel mit der Giftblase und dem kleinen Widerhaken in der Haut stecken. Da bei unsachgemäßer Entfernung das restliche Gift aus der Giftblase in die Haut injiziert wird, sollte der Stachel vorsichtig mit einer Pinzette entfernt werden. Ist keine Pinzette bei der Hand, lässt sich der Stachel auch mit flach aufgelegtem Daumennagel rasch herausschieben. Die Einstichstelle mit kalten Umschlägen, Eiswürfel oder kaltem Wasser kühlen. Danach die betroffene Extremität ruhig- und hochlagern. Normalerweise klingen die Beschwerden nach ein bis drei Tagen ab.

Achtung! Bei Stichen ins Gesicht, besonders im Bereich der Atemwege sollte unverzüglich die Rettung (144) oder der Euronotruf (112) gerufen werden, da durch die Schwellung die Atemwege verlegt werden können. Als Erstmaßnahmen sollten Eiswürfeln gelutscht und kalte Umschläge auf das Gesicht gelegt werden.

Erste Hilfe bei schweren allergischen Reaktionen
  1. Bei ersten Anzeichen wie juckendem Nesselausschlag am ganzen Körper, Anschwellen von Fußsohlen und Handflächen oder Gesicht, metallischem Geschmack, Schwindel, Atemnot, Schweißausbrüchen und Erbrechen setzen Sie möglichst rasch folgende Schritte:

    • Allergieauslöser entfernen (z.B. Bienenstachel)
    • Rettung verständigen (Notruf 144, Euronotruf 112 wählen)
    • Bei Kreislaufstillstand Reanimation beginnen. Eine Anleitung dazu finden Sie z.B. auf der Website der Wiener Rettung

Vorsichtsmaßnahmen gegen Insektenstiche

Wenn Sie folgende Punkte beachten, können Sie Insektenstiche leicht vermeiden:

  • Vorsicht beim Essen im Freien (Mund abwischen, Hände waschen)
  • Nicht unter Obstbäumen essen
  • Umgebung von Mülleimern, Abfalleimern etc. meiden
  • Keinen Radhelm mit ungeschützer Lüftungsöffnung tragen
  • Keine hektischen Bewegungen, um Insekten zu verscheuchen
  • Räume durch Insektennetze schützen
  • Wespennester frühzeitig entfernen lassen (Feuerwehr: 122)

Bei Verdacht auf eine Insektengiftallergie sollte eine Austestung in einem Allergieambulatorium durchgeführt werden. Bei manchen Patientinnen/Patienten ist eine Impfung möglich. Zusätzlich sollten Insektengiftallergiker immer ein Notfallmedikamenten-Set bei sich haben.

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