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Pubertät ist Hochrisikozeit für Karies

Jugendliche © Yuri Arcurs
11.02.2010

Trotz einer Verbesserung der Zahngesundheit von Jugendlichen in den letzten zehn Jahren ist die Pubertät nach wie vor eine kritische Zeit für die Bildung von Karies. Dies zeigt die aktuelle Zahnstatuserhebung bei 18-Jährigen, die von der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) im Auftrag des Gesundheitsministeriums durchgeführt wurde.

Insgesamt hat sich die Zahngesundheit der 18-Jährigen von 1998 bis 2008 verbessert. In diesem Zeitraum ging der Anteil an Jugendlichen mit Karies um neun Prozent von 84 Prozent auf 75 Prozent zurück. „Der Anteil der kariesfreien 18-Jährigen stieg damit auf 25 Prozent“, erklärt Dr. Robert Schlögl, Sektionschef im Gesundheitsministerium. Allerdings, so zeigt die Statistik, bleibt die Pubertät eine kritische Zeit. In der Zahnstatuserhebung der Zwölfjährigen aus dem Jahr 2002 waren 58 Prozent der Jugendlichen kariesfrei – sechs Jahre später mit 18 Jahren sind es nur mehr 25 Prozent. Während der Pubertätszeit kommt es also noch immer zu einer deutlichen Zunahme von Karies. Dabei sind die Jugendlichen in Hauptschulen laut der aktuellen Zahnstatuserhebung im Vergleich zu AHS-Schülerinnen und -Schülern häufiger von Karies betroffen.

Karies ist eine bakteriell bedingte Infektionskrankheit, die den Zahnschmelz zerstört und zum Verlust des Zahnes führen kann. In der Pubertät sind die Zähne von Jugendlichen von Natur aus besonders gefährdet: Die Zähne der Heranwachsenden sind empfindlich, da die Reifung des Zahnschmelzes nicht vollständig abgeschlossen ist und die Zahnhartsubstanz ihre volle Widerstandfähigkeit noch nicht erreicht hat. Später kommt der Durchbruch der Weisheitszähne als neuer Risikofaktor hinzu. Auch schließen sich im Jugendalter die Zahnreihen, was ein erhöhtes Kariesrisiko mit sich bringt.

Ernährungsgewohnheiten als Risiko
Ein großer Risikofaktor für Karies sind bestimmte Lebens- und Ernährungsgewohnheiten: Häufiges Fast Food, Softdrinks und Nikotin hinterlassen ihre Spuren an den Zähnen der Teenager. „Viele Jugendliche ,snacken‘ sich durch den Tag. Doch nur die Wenigsten sind sich bewusst, dass z.B. Süßigkeiten und Chips zwischendurch, wie auch das Trinken von Softdrinks und Fruchtsäften, echten Stress für die Zähne bedeuten“, erklärt die Schulärztin Dr. Judith Glazer, Präsidentin der Gesellschaft der Schulärztinnen und Schulärzte Österreichs (GSÖ), die Problematik. Wichtig sei zu wissen, worauf es bei der Mundhygiene ankommt, und auch bei der Ernährung seien einige Dinge zu beachten, so Glazer. So ist z.B. Naschen nicht verboten, es kommt nur darauf an, wie.

Projekt „Teens Teeth“ klärt auf
Attraktives Aussehen mit gepflegten Zähnen, bessere Flirtchancen und mehr Selbstbewusstsein sind die Argumente, mit denen die GSO Jugendliche zur richtigen Zahnpflege motivieren will. Dazu hat sie nun ein Semesterprojekt zur Zahngesundheit von Kindern ab der fünften Schulstufe gestartet. Unter dem Titel „Teens Teeth“ wurden Internet-Seiten mit Informationen zur Kariesvorbeugung und Ernährung, sowie Lehrunterlagen, Poster und ein Jugendmagazin erstellt. Auch an einem Gewinnspiel mit Fragen kann teilgenommen werden – es vermittelt Wissen zur Zahngesundheit.   
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