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Listerien-Infektionen – selten, aber gefährlich

Lebensmittel im Kühlschrank © Fedor Sidorov
19.02.2010

Wie Mitte Februar bekannt wurde, starben 2009 vier Menschen an einer Infektion durch einen neuen Stamm von Listerien-Bakterien. Die AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) hat den neuen Bakterienstamm bereits 2009 entdeckt. 

Ende Jänner 2010 konnte die AGES nach intensiven Untersuchungen das ursächliche Lebensmittel der Infektion ausforschen: Auf einem von den Erkrankten konsumierten Quargel aus einem steirischen Betrieb fanden sich Keime des neuen Stamms. Daraufhin wurde am 23. Jänner die Käseproduktion eingestellt und die betroffenen Waren zurückgerufen. Das Gesundheitsministerium geht davon aus, dass aus derzeitiger Sicht keine Gefahr für Konsumentinnen und Konsumenten besteht.  

Infektionsweg über Nahrung

Listerien-Infektionen sind zwar sehr selten, können jedoch lebensgefährlich verlaufen. Das Erkrankungsrisiko lässt sich allerdings durch Küchenhygiene und sorgfältigen Umgang mit rohen Lebensmitteln deutlich senken. Schwangere sollten auf rohen Fisch und Rohmilchkäse gänzlich verzichten.

Listerien sind Stäbchenbakterien, die in der Umwelt weit verbreitet sind. Sie kommen z.B. in Abwässern, Erde oder auf Pflanzen vor. Tierische und pflanzliche Lebensmittel können während der Verarbeitung damit verunreinigt werden. Rohe Lebensmittel sind die häufigste Quelle von Listerien. Die Bakterien sind widerstandsfähig und vermehren sich auch bei niedrigen Temperaturen im Kühlschrank. Listerien-Infektionen (Listeriose) erfolgen hauptsächlich über die Nahrung und werden durch eine hohe Anzahl an Keimen ausgelöst.

Höheres Risiko für Schwangere und Immungeschwächte

Bei gesunden Erwachsenen verläuft die Infektion meistens ohne Krankheitszeichen oder äußert sich durch Durchfall beziehungsweise Symptome eines grippalen Infekts. Schwangere und Personen mit geschwächter Immunabwehr – alte Menschen oder chronisch Kranke – haben ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Auch für neugeborene oder ungeborene Kinder ist die Infektion gefährlich, da sie während der Schwangerschaft übertragen werden kann.

Anzeichen und Therapie

Bei einer Listeriose zeigen sich die Symptome innerhalb von drei bis 70 Tagen. Die Anzeichen sind plötzliche, starke Kopfschmerzen, hohes Fieber, Übelkeit und Erbrechen. Eine Listeriose erfordert rasche medizinische Behandlung. Die Diagnose ist schwierig, weil sie den Krankheitsbildern anderer Erreger ähnelt. Eine Listeriose kann zu lebensgefährlichen Erkrankungen wie Blutvergiftung, Gehirnhaut- oder Lungenentzündung führen. Der Erregernachweis wird im Labor mittels Blutproben erbracht. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika.

Vorbeugende Maßnahmen

Durch sorgfältige Küchenhygiene und vorsichtigen Umgang mit rohen Lebensmitteln kann eine Listerien-Infektion vermieden werden. Kochen, Braten oder Pasteurisieren tötet die Bakterien ab. Schwangere und Risikopersonen sollten auf Rohmilchprodukte verzichten – eine entsprechende Kennzeichnung muss auf der Verpackung angeführt sein.

Wichtige Hygieneregeln sind:

  • Fleisch- und Fischgerichte durchgaren
  • Rohmilch abkochen
  • Rohes Gemüse und Salat gründlich waschen
  • Küchenwerkzeuge heiß abspülen
  • Händewaschen vor und nach dem Zubereiten von Speisen
  • Speisen bei der Lagerung im Kühlschrank abdecken
Nähere Informationen zum Thema „Listerien“ finden Sie auf der Website der AGES.
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