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Info-Kampagne zu Kinderarzneimitteln

Junge bekommt Medizin überreicht © Joanna Zielinska
19.07.2010

Kindergesundheit hängt in hohem Maß von der Verfügbarkeit entsprechender Arzneimittel ab. Die Hälfte der Arzneimittel, mit denen 100 Millionen Kinder und Jugendliche in der EU behandelt werden, ist nicht ausreichend für sie geprüft und zugelassen. 

Das Gesundheitsministerium startet nun eine Informationskampagne, um über Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit von Kinderarzneimitteln zu informieren.

Die Grundlage für eine Verbesserung wurde mit der europäischen Kinderarzneimittelverordnung (Paediatric Regulation), die seit Jänner 2007 in Kraft ist, geschaffen. Sie sieht vor, dass Arzneimittel ihre Wirkung bei Kindern und Jugendlichen belegen und von einer Arzneimittelbehörde speziell für diese Patientengruppe zugelassen werden müssen.

Pharmaunternehmen müssen bei der Entwicklung neuer Medikamente die Gruppe der Kinder und Jugendlichen berücksichtigen: Seit 1. Jänner 2009 müssen Medikamente, für die um eine Zulassung angesucht wird, auch für Kinder geprüft und zugelassen werden. Bei Änderungen einer bestehenden Zulassung muss das Arzneimittel auch als Kinderarzneimittel eingereicht werden. Ausgenommen sind Arzneimittel für Krankheiten, die nicht im Kinder- und Jugendalter auftreten, z.B. Alzheimer-Demenz.

Elektronisches Verzeichnis geplant

Alle verfügbaren Kinderarzneimittel sollen voraussichtlich im Oktober 2010 in einem elektronischen Verzeichnis über die Website der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) öffentlich abrufbar sein.

Neben diesen gesetzlichen Regelungen arbeitet eine Arbeitsgruppe im Rahmen des vom Gesundheitsminister Alois Stöger initiierten „Kindergesundheitsdialogs“ an weiteren Strategien und Voraussetzungen für eine verbesserte Arzneimittelsicherheit für Kinder.

Weitere Infos:

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