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Diabetes in den Griff bekommen

Bub und Mädchen unter einem Handtuch © Digitalpress
12.11.2010

Blau beleuchtete Gebäude sind das Symbol des Weltdiabetestages. Die Wiener Hofburg, das Bregenzer Festspielhaus oder der Lindwurm in Klagenfurt werden, wie das Empire State Building in New York oder das Kolosseum in Rom, am 14. November mit blauem Licht bestrahlt. 

Auf Initiative der WHO (Weltgesundheitsorganisation) und der IDF (International Diabetes Federation) wird damit auf die Diabeteserkrankung aufmerksam gemacht. In Österreich gehen Schätzungen von rund 600.000 Diabetikerinnen und Diabetikern aus, rund 410.000 wissen von ihrer Erkrankung. 90 Prozent der Betroffenen leiden unter Typ 2.

Verbreitete Zivilisationskrankheit


„Diabetes Typ 2 gehört zu den Zivilisationskrankheiten unserer Zeit und stellt mit einer stetig steigenden Verbreitung ein zunehmendes gesundheitliches und finanzielles Problem unserer Gesellschaft dar“, erklärte Prim. Dr. Gert Klima, ärztlicher Leiter der steirischen Gebietskrankenkasse, auf einer Pressekonferenz. Besonders dramatisch sei, dass immer mehr Kinder und Jugendliche erkrankten. „Diabetes Typ 2 wird stark von Übergewicht, Bewegungsmangel und ungesunder Ernährung beeinflusst“, warnte Dr. Günther Wawrowsky, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) und wies darauf hin, dass bereits im Jugendalter durch Übergewicht die Weichen für Diabetes Typ 2 gestellt werden. Rund 50 Prozent der Diabetesfälle könnten durch Lebensstiländerungen vermieden werden. Besonders wichtig sei die Früherkennung, da in einem fortgeschritten Diabetesstadium gefährliche Folgeerkrankungen entstehen.

Hohe Behandlungsqualität


Um die Versorgung der Diabetikerinnen und Diabetiker in Österreich zu verbessern, wurde von der Sozialversicherung in Zusammenarbeit mit der ÖÄK ein sogenanntes Disease Management Programm (DMP) für Diabetes Typ 2 entwickelt. Das Programm „Therapie Aktiv – Diabetes im Griff“ bietet chronisch Kranken eine qualitativ hochwertige Versorgung mit allen wichtigen Kontrolluntersuchungen und Patientenschulungen. Zudem werden die Patientinnen und Patienten unterstützt, ihre Ernährungs-, Rauch- oder Bewegungsgewohnheiten positiv zu verändern.

„Therapie aktiv“ wirkt

Begleitende Untersuchungen über die Wirkungen des Behandlungsprogramms zeigen laut Informationen der Sozialversicherung deutlich verbesserte medizinische Werte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Dadurch konnte die Wahrscheinlichkeit von Spätschäden, wie z.B. Augen-, Nieren, und Fußschäden, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Nierenversagen, deutlich gesenkt werden. 87 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gaben in einer Befragung an, ihren Lebensstil verändert zu haben. 91 Prozent ernähren sich gesünder. 74 Prozent machen mehr Bewegung und 24 Prozent rauchen weniger oder gar nicht mehr.

Aktuell werden rund 21.000 Personen im DMP betreut. Die Einschreibezahlen von „Therapie aktiv“ steigen seit dem Start im Jahr 2007 kontinuierlich an, dennoch sollten nach den Vorstellungen der Sozialversicherung mehr Betroffene teilnehmen. Es besteht auch Bedarf, mehr Ärztinnen und Ärzte für „Therapie Aktiv“ zu gewinnen.

Weitere Informationen finden Sie unter:

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