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Rauchstopp-Angebote für Jugendliche

Rauchender junger Mann © i love images
16.11.2010

Jugendliche Raucherinnen und Raucher brauchen besondere Angebote und Unterstützung, wenn es um den Rauchstopp geht. Das geht aus dem im Oktober 2010 abgeschlossenen und kürzlich präsentierten europäischen Forschungsprojekt „Access“ hervor. Sein Ziel ist die Verbesserung der Wirkung von Rauchstopp-Programmen bei Jugendlichen. In vielen EU-Ländern ist Rauchen unter Jugendlichen sehr verbreitet. Das Einstiegsalter liegt durchschnittlich bei 13 Jahren.

Im Vergleich zu anderen EU-Ländern rauchen in Österreich besonders viele Jugendliche. Laut ESPAD-Studie (European School Survey Project on Alcohol and other Drugs) gibt knapp die Hälfte der 15- bis 16-jährigen österreichischen Schülerinnen und Schüler an, während der letzten 30 Tage mindestens eine Zigarette geraucht zu haben.

Auf dem Weg zur Nikotinsucht


Eine Tabakabhängigkeit entwickelt sich bei Jugendlichen schnell. Schon bei sieben Zigaretten pro Monat bemerken die rauchenden Mädchen und Burschen einen Kontrollverlust über den Tabakkonsum. Laut „Access“-Bericht wird die durchschnittliche Zeitspanne zwischen regelmäßigem Zigarettenkonsum und einer Nikotinabhängigkeit auf eineinhalb Jahre geschätzt. Und einer von drei Menschen, die in der Jugend geraucht haben, entwickelt bis zum 35. Lebensjahr eine Nikotinsucht.

Wunsch zum Rauchstopp vorhanden


Aus dem „Access“-Bericht geht auch hervor, dass sich Jugendliche nach etwa drei Monaten überlegen, mit dem Rauchen wieder aufzuhören, sie finden aber keine geeigneten Angebote. Viele glauben, dass sie alleine mit dem Rauchen aufhören können, und meinen, fremde Hilfe sei nicht notwendig. Auch fehlende Informationen über Rauchstopp-Programme oder das Gefühl, dass die Angebote bevormundend und langweilig seien, sind Gründe für die mangelnde Akzeptanz. 90 Prozent fielen wieder in ihr gewohntes Rauchverhalten zurück.

Nichtrauchen sozial aufwerten


Im „Access“-Projekt wurden nun Prinzipien beschrieben, um Rauchstopp-Angebote für Jugendliche attraktiver zu machen, und Maßnahmenbündel für die Umsetzung entwickelt. Ein sehr wichtiges Prinzip sei, so ein Studienergebnis, Nichtrauchen als soziale Norm zu etablieren. Voraussetzungen dafür seien gesetzliche Rauchverbote und ein Verbot der Tabakwerbung. Die Jugendlichen müssen auf verschiedenen Kommunikationswegen in der richtigen Weise angesprochen werden, ohne zu bevormunden oder zu langweilen. Auf den Ergebnissen der „Access“-Studie aufbauend, wird die neu gegründete „Initiative für eine rauchfreie Jugend“ ab dem Frühjahr 2011 eine Informationsoffensive zur Rauchvermeidung starten.

Help – für ein rauchfreies Leben

Speziell auf Jugendliche ist die multimediale EU-Anti-Raucherkampagne „Help“ mit ihren lokalen Österreich-Angeboten ausgerichtet. Angesprochen werden junge Leute, die Bestärkung brauchen, um nicht mit dem Rauchen anzufangen, und jene, die aufhören wollen. Die Kampagne umfasst eine regionale Website mit E-Mail-Coaching zum Rauchstopp, von Jugendlichen gestalteten Video-Tipps, Handy-Applikationen und Facebook-Sites oder Werbeaktionen und Schulevents mit CO-Tests (CO – Kohlenmonoxid, einer der Hauptschadstoffe im Zigarettenrauch).

Weitere Informationen:
„Help – für ein rauchfreies Leben“

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