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Dialogwoche Alkohol: Wie viel ist zu viel?

Weißwein, Rotwein, Sekt © Klaus Eppele
08.05.2017

Vom 15. bis zum 21. Mai 2017 findet in Österreich erstmals die Präventionskampagne „Dialogwoche Alkohol“ statt – initiiert von der ARGE Suchtvorbeugung in Kooperation mit dem Bundesministerium für Gesundheit und Frauen, dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger und dem Fonds Gesundes Österreich. Mit zahlreichen Veranstaltungen im gesamten Bundesgebiet wird dazu angeregt, über das Tabuthema Alkohol zu reden.

Unter dem Motto „Wie viel ist zu viel?“ soll die Dialogwoche Alkohol informieren, sensibilisieren und dazu motivieren, über den eigenen Alkoholkonsum nachzudenken. „Wir wollen den Informationsstand der Bevölkerung verbessern: Viele Menschen wissen nicht, ab wann Alkoholkonsum zur gesundheitlichen Gefahr wird oder wohin sie sich für Beratung wenden können“, so Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner zu den Zielen der Dialogwoche. Laut einer Presseinformation zum Start der Kampagne ist der Umgang mit dem Thema Alkohol nach wie vor von viel Unwissenheit geprägt und Alkoholsucht immer noch ein Tabuthema.  

Vom problematischen Konsum zur Alkoholsucht 

In diesem Zusammenhang erklärt Michael Musalek, ärztlicher Leiter des Anton Proksch Instituts: „Alkoholsucht ist keine schlechte Gewohnheit, sondern eine chronische Erkrankung mit schweren physischen und psychischen Folgen.“ Rund eine Million Menschen in Österreich konsumieren Alkohol in problematischem Ausmaß. Und rund 370.000 Österreicherinnen und Österreicher, das sind fünf Prozent der erwachsenen Bevölkerung gelten als alkoholkrank. Untersuchungen zeigen, dass der Durchschnittskonsum mit zunehmendem Alter zunimmt. 

Problematischer Alkoholkonsum: Was ist das? 

Laut den Informationsseiten der „Dialogwoche Alkohol“ gilt als „gering“  bzw. „risikoarm“ für Männer ein durchschnittlicher, täglicher Konsum bis 24 Gramm und für Frauen bis 16 Gramm reiner Alkohol pro Tag. Das entspricht bei Männern rund 0,6 Liter Bier oder 0,3 Liter Wein und bei Frauen 0,4 Liter Bier oder 0,2 Liter Wein. Darüber beginnt der problematische Konsum.

Als obere Grenze für problematischen Konsum, ab der ein deutlich erhöhtes Gesundheitsrisiko vorliegt, wird für Männer ein Wert von 60 Gramm Alkohol pro Tag angegeben, für Frauen ein Wert von 40 Gramm. Das entspricht bei Männern 1,5 Liter Bier oder 0,75 Liter Wein und bei Frauen 1 Liter Bier oder 0,5 Liter Wein.  

Die Mengen für den „problematischen Konsum“ dürfen aber nicht mit einer Abhängigkeitserkrankung gleichgesetzt werden. An mindestens zwei Tagen pro Woche sollte man keinen Alkohol trinken. Mit einem Selbsttest kann man sich den eigenen Alkoholkonsum bewusst machen.

Riskanter und problematischer Konsum kann auch Krankheiten, Unfälle und menschliches Leid verursachen – mit den  Folgen sind nicht nur die jeweils betroffenen Personen, sondern auch ihr soziales Umfeld konfrontiert. „Durch übermäßigen Alkoholkonsum können bis zu 17 Lebensjahre verlorengehen“, ergänzt Martin Schaffenrath, stellvertretender Verbandsvorsitzender im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger.

Veranstaltungen in ganz Österreich

„Aus Sicht der Gesundheitsförderung geht es um einen bewussten Umgang mit dem Genuss- und Suchtmittel Alkohol“, betont Klaus Ropin, Leiter des Fonds Gesundes Österreich. Die Präventionskampagne will Alkoholkonsum nicht pauschal verurteilen, sondern riskante Konsummuster aufzeigen und Wissenslücken zum Thema Alkohol schließen.

Im Zentrum der Dialogwoche stehen zahlreiche verschiedene Veranstaltungen zum Thema Alkohol in allen Bundesländern, wie etwa Vorträge und Informationsveranstaltungen, Podiumsdiskussionen, Workshops mit Rauschbrillen Sprechstunden und Tage der offenen Tür in Beratungseinrichtungen. 

Auch Organisationen und Vereine aus dem Gesundheits-. Sozial- und Bildungsbereich werden aufgerufen, eigene Aktionen und Angebote unter dem Motto „Wie viel ist zu viel? – Reden wir darüber!“ anzubieten und diese über die gemeinsame Plattform der Dialogwoche sichtbar zu machen.

Weitere Informationen:

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