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Gesundheitliche Folgen des Rauchens

Lunge und Zigarette © euthymia

Wer raucht, setzt sich freiwillig einer großen Gefahr aus, abhängig und krank zu werden. Die giftigen Stoffe im Zigarettenrauch schädigen beim Inhalieren auf ihrem Weg durch den Körper fast jedes Organ und beeinflussen sogar die Erbinformation der Körperzellen. Dies kann verschiedene Krebsformen auslösen. Besonders betroffen sind die Atemwege und das Herz-Kreislauf-System von Raucherinnen und Rauchern. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben pro Jahr rund fünf Millionen Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. In Österreich wird die Zahl der jährlichen Todesopfer auf rund 14.000 Personen geschätzt. Trotz der dramatischen Zahlen ist Rauchen in Österreich sehr verbreitet. Rund ein Drittel der österreichischen Bevölkerung über 15 Jahre greift täglich zur Zigarette.

Tabakrauchen ist das schwerwiegendste gesundheitliche Risiko, das selbst beeinflusst werden kann. Nicht nur Zigaretten, auch andere Formen des Tabakkonsums wie Zigarren, Pfeifenrauchen oder Wasserpfeifen sind gesundheitsschädlich, ebenso sogenannte „leichte“ Zigaretten. Besonders deutlich steigt das Risiko, wenn man sich bereits in jungen Jahren einen regelmäßigen Zigarettenkonsum angewöhnt hat. Nur ein Rauchstopp kann diese gefährliche Entwicklung beenden: Personen, die mit dem Rauchen aufhören, haben nach zehn bis 15 rauchfreien Jahren wieder das Erkrankungsrisiko einer Nichtraucherin/eines Nichtrauchers.

Regelmäßiges Rauchen kann chronische und/oder nicht heilbare Erkrankungen mit deutlichen Einschränkungen der Lebensqualität zur Folge haben. Die Lebenserwartung wird dadurch durchschnittlich um rund zehn Jahre gesenkt. Mehr als die Hälfte aller regelmäßigen Rauchenden stirbt vorzeitig an den Folgen des Tabakkonsums.

Abbildung: Durch Rauchen verursachte Krankheiten 
(Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg, Stabsstelle Krebsprävention) 



 

Rauchen und Krebserkrankungen

Zirka ein Viertel aller Krebstodesfälle sind auf die Folgen des Zigarettenkonsums zurückzuführen. Im Zigarettenrauch wurden bisher mehr als 90 krebserregende Stoffe identifiziert. Raucherinnen/Raucher haben ein doppelt so hohes Krebsrisiko wie Nichtraucherinnen/Nichtraucher. Rauchen ist der wichtigste vermeidbare Risikofaktor der Krebsentstehung. Das Krebsrisiko ist umso höher, je früher man mit dem Rauchen beginnt, je mehr Zigaretten man täglich konsumiert und je länger man raucht. Mit dem Rauchen aufzuhören kann hingegen das Risiko deutlich senken.

Lungenkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Raucherinnen/Rauchern. Das Rauchen wird bei Frauen für 60 Prozent und bei Männern für bis zu 90 Prozent der Lungenkrebsfälle verantwortlich gemacht. Starke Raucherinnen und Raucher (20 Zigaretten pro Tag und mehr) haben das 15-fache Lungenkrebsrisiko einer Nichtraucherin/eines Nichtrauchers.

Rauchen ist auch ein maßgeblicher Risikofaktor für folgende Krebserkrankungen:

  • der Bronchien,
  • des Kehlkopfs,
  • des Mund-, Nasen- und Rachenraums,
  • der Speiseröhre,
  • der Leber,
  • der Bauchspeicheldrüse,
  • der Nieren,
  • des Blutes (Leukämie),
  • der Harnblase sowie
  • der Brust und
  • des Gebärmutterhalses (bei Frauen).

Rauchen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Rauchen ist eine der wichtigsten vermeidbaren Ursachen für die Entstehung einer Arteriosklerose (Erkrankung der Arterien). Dabei bilden sich schädliche Ablagerungen und Verengungen in Blutgefäßen, die den Blutdurchfluss behindern. Dies kann zu einem Herzinfarkt, Schlaganfall oder einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (z.B. Raucherbein) führen.

Rauchen und Atemwegserkrankungen

Die Substanzen im Tabakrauch verursachen Entzündungsreaktionen in den Atemwegen, reizen die Bronchien und erhöhen die Infektionsneigung. Rauchen schädigt den Selbstreinigungsmechanismus der Atemwege. Regelmäßiges Rauchen führt zu Atembeschwerden, chronischem Husten und Schleimstau. Außerdem reduziert Rauchen in der Jugend das normale Lungenwachstum. Zudem ist es die häufigste Ursache für COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung). 90 Prozent der an COPD erkrankten Personen in Österreich sind Raucherinnen/Raucher oder Ex-Raucherinnen/Ex-Raucher.

Rauchen und Hautalterung

Nikotin bewirkt eine schlechtere Durchblutung der Haut. Zigarettenrauch enthält auch Substanzen, welche die Hautzellen schädigen. Die Haut wird dünner, unelastischer und faltiger – sie altert vorzeitig. Rauchen begünstigt auch Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Akne.

Rauchen und Zahnerkrankungen

Durch den im Tabakrauch enthaltenen Teer werden die Zähne bräunlich verfärbt. Rauchen fördert die Bildung von bestimmten Bakterien in der Mundhöhle und trägt zu Mundgeruch bei, aber auch zu Parodontitis, die vorzeitigen Zahnausfall verursachen kann.

Rauchen und Sexualität

Regelmäßiges Rauchen ist ein Risikofaktor für erektile Dysfunktion (Störung der Erektionsfähigkeit des Mannes). Sie wird durch Gefäßschädigungen und dadurch bedingte Mangeldurchblutung des Penis verursacht. Rauchen schädigt auch die Befruchtungsfähigkeit der Spermien. Bei Frauen beeinflusst Rauchen den Östrogenhaushalt und ist mit einem höheren Risikofaktor z.B. für Unfruchtbarkeit, Genitalherpes und Gebärmutterhalskrebs verbunden. Rauchen in Kombination mit hormonellen Verhütungsmitteln (z.B. „Pille“) verursacht ein höheres Risiko für Thrombosen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Rauchen und Schwangerschaft

Frauen, die während der Schwangerschaft rauchen, haben ein erhöhtes Risiko für Schwangerschaftskomplikationen wie

Neugeborene von Raucherinnen haben häufiger ein geringeres Geburtsgewicht und ein vermindertes Wachstum; es tritt häufiger ein plötzlicher Kindstod auf.

Weitere Informationen finden Sie unter www.rauchertelefon.at.

Die verwendete Literatur finden Sie im Quellenverzeichnis.

Zuletzt aktualisiert am: 18.05.2012
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