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Jugendliche & Alkohol

Jugendliche halten Flaschen mit Alkohol © Image Source
Alkohol wird aus verschiedenen Gründen getrunken – z.B. weil es etwas zu feiern gibt: eine Geburtstagsparty, den Schulabschluss oder das Wochenende. Manche trinken auch, um erwachsen zu wirken, andere, weil sie es ausprobieren möchten. Viele möchten lustiger werden, wenn sie zu Glas oder Flasche greifen, versuchen Unsicherheiten zu überdecken, oder trinken, weil die Eltern es verboten haben. Den meisten Teenagern schmeckt Alkohol gar nicht gut, wenn sie ihn das erste Mal probieren, vielen auch später nicht. Einige trinken aber trotzdem, etwa weil ihre Freunde auch trinken. In jedem Fall ist es gut, ein paar Dinge über Alkohol zu wissen und einige Tipps im Hinterkopf zu behalten.

Sich selbst testen

Es gibt Jugendliche, die sind bereits bestens über Alkohol informiert. Viele können aber noch dazulernen. Das Wissen über Alkohol testen und den Alkoholkonsum online checken kann man z.B. auf den folgenden Homepages:

Alkohol ja, aber …

Sich über Alkohol und seine Wirkung zu informieren ist wichtig. Denn wer selbst entscheiden möchte, was und wie viel er trinkt, muss wissen, wie Alkohol wirkt und mit welchen Folgen zu rechnen ist. Alkohol kann anregend und entspannend wirken, sodass man sich lockerer gibt. Er kann aber für den Körper auch giftig sein und Körperzellen zerstören, z.B. Gehirnzellen.

Mehr Infos über Alkohol und seine Wirkung gibt es etwa unter

Was man über Alkohol wissen sollte:

  • Alkohol ist bei Jugendlichen ab 16 okay. Allerdings ist er in geringen Mengen okay. Sich volllaufen zu lassen ist es nicht. Wer stark angetrunken ist, kann sich nicht mehr gut wehren, z.B. wenn jemand zudringlich wird. Im angetrunkenen Zustand reagiert man auch nicht mehr so rasch. Bei manchen führt viel Alkohol auch zu aggressivem Verhalten. Das kann Unfälle, Verletzungen und mehr verursachen. Daher ist es besser, es gar nicht so weit kommen zu lassen und nichts bzw. wenig zu trinken!
  • Ab und zu ist Alkohol okay, aber nicht jeden Tag. Und auch nicht jede Woche. Wer früh beginnt, regelmäßig zu trinken, läuft besonders Gefahr, später abhängig zu werden.
  • Jeder entscheidet für sich, ob er trinken will oder nicht. Zur eigenen Meinung zu stehen ist nicht immer einfach. Manche trinken mit, weil die anderen in der Gruppe auch trinken. Dabei schmeckt vielen Jugendlichen der Alkohol nicht besonders gut, schon gar nicht, wenn sie ihn zum ersten Mal probieren. Deshalb: Es ist im Sinne der Fairness, andere nicht blöd dastehen zu lassen, sondern zu akzeptieren, dass sie nichts trinken möchten.
  • Bis zum vollendeten 16. Lebensjahr sollten Jugendliche am besten gar keinen Alkohol trinken. Der Körper entwickelt sich erst und kann durch Alkoholkonsum mitunter schwere Schäden erleiden.

Verkauf und Konsum von Alkohol ist in Österreich bis zum vollendeten 16. Lebensjahr verboten. Lokale und Geschäfte dürfen keine alkoholischen Getränke an diese Jugendlichen abgeben. Die Regelungen und Schutzbestimmungen der einzelnen Bundesländer gibt es unter www.help.gv.at.

Zudem wichtig: Eltern können andere Regeln aufstellen! 

Tipps zum Umgang mit Alkohol

Spaß mit Maß und Ziel – mit einfachen Tricks kann man auch auf Partys weniger trinken:

  • Am besten mit alkoholfreien Getränken starten.
  • Langsam trinken.
  • Zwischendurch immer wieder Wasser trinken und Alkoholrunden auslassen.
  • Keinen Alkohol gegen Durst trinken (auch kein Bier!).
  • Spirituosen (harte Getränke) und Mixgetränke bzw. Alkopops enthalten oft viel Alkohol – schmecken aber nicht danach. Daher: Vorsicht!
  • Bei Trinkspielen nicht mitmachen. Bei Flatrate-Partys trotz Pauschalpreis beim Alkohol zurückhaltend sein. Dasselbe gilt für die verbilligten alkoholischen Getränke in der „Happy Hour“.
  • Sich an Freunde und Bekannte halten, die wenig trinken.

In manchen Situationen gilt auch: Kein Alkohol!

  • Don’t drink and drive! Auch nicht mit Fahrrad oder Moped. Außerdem: nicht mit Angetrunkenen mitfahren.
  • Kein Alkohol in der Schule oder in der Arbeit. Auch beim Sport gilt: Hände weg vom Alkohol!
  • Schwangere und Stillende sollten völlig auf Alkohol verzichten.

Außerdem wichtig:

  • Wer bestimmte Medikamente einnimmt und/oder bestimmte Erkrankungen hat (wie Diabetes mellitus), muss beim Alkohol besonders vorsichtig sein und mit der Ärztin/dem Arzt darüber sprechen.
  • Stark alkoholisierte Freundinnen und Freunde nicht alleine lassen. Diese können beispielsweise bewusstlos werden und an ihrem eigenen Erbrochenen ersticken. Jedenfalls sollten diese in die stabile Seitenlage gebracht und rasch der Notruf (144 oder 112) gewählt werden. Mehr Infos zu Erster Hilfe.
  • Weniger Alkohol und dafür mehr andere Drogen – das ist kein guter Deal! Auch für die Kombination von Alkohol und anderen Drogen gilt: Finger weg!
  • Übrigens: Mädchen finden alkoholisierte Jungs gar nicht cool – und umgekehrt!

Mehr Tipps und Tricks für Mädchen und Burschen, die gar nicht trinken wollen, aber auch für jene, die öfter zum Glas greifen: www.feel-ok.at

Wie man Alkohol ablehnen kann, erfährt man unter: www.kenn-dein-limit.info

Kampftrinken & Co

Wird in kurzer Zeit sehr viel Alkohol getrunken, kann der Körper irgendwann nicht mehr mit. Auch wer über längere Zeit viele Drinks kippt, schadet seinem Körper. Denn dieser bekommt unter Umständen mehr Alkohol, als er abbauen kann. Dieses Zuviel ist pures Gift. Man spricht von Alkoholvergiftung, wenn jemand so viel Alkohol getrunken hat, dass der Körper die Menge an Alkohol nicht mehr verkraftet und er oder sie eventuell im Krankenhaus landet. Das ist nicht mehr cool und spaßig, sondern kann lebensbedrohlich sein.

Infos zum Trinkverhalten und Tipps zur Verhaltensänderung gibt es z.B. unter

Außerdem stehen Beratungsstellen sowie Fachstellen für Suchtprävention mit Rat zur Seite.

Problemlöser Alkohol?

Manchmal hat man das Bedürfnis, mithilfe von Alkohol Probleme wegzuspülen. Alkohol ist dafür aber gar nicht geeignet, denn er löst keine Probleme, sondern kann sie verstärken und zusätzliche Troubles schaffen.
Spätestens am nächsten Tag bereut man solche Aktionen. Denn die Probleme sind wieder da. Und meist steht man zusätzlich vor weiteren: dem Kater mit Kopfschmerz und Übelkeit, mangelndem Erinnerungsvermögen oder der einen oder anderen unbesonnenen Tat.

Alkohol kann die Stimmungslage noch weiter trüben, sodass man sich noch schlechter fühlt. Bei Problemen ist es wesentlich besser, sich mit jemandem auszutauschen, z.B. mit der besten Freundin/dem besten Freund oder mit anderen Vertrauenspersonen und eventuell auch Hilfe bei einer Beratungsstelle anzunehmen – z.B. bei einer Beratungsstelle oder bei Fachstellen für Suchtprävention.

Angebote und Adressen zum Thema Sucht (in den verschiedenen Bundesländern) gibt es unter www.oesterreichisches-jugendportal.at.

Wenn eine Freundin/ein Freund trinkt

Viele fragen sich: Was kann ich tun, wenn ich glaube, dass Freunde zu viel oder zu oft trinken? Keine leichte Situation. Als Freundin/Freund sollte man versuchen, die Auffälligkeiten in einem Gespräch mitzuteilen, und

  • ansprechen, dass man sich Sorgen macht, sowie fragen, wie die/der andere die Lage sieht. Dabei ist es wichtig, keine Anschuldigungen und Vorwürfe gegenüber der Freundin/dem Freund zu erheben. Ein direktes: „Du trinkst viel zu viel!“ oder „Du säufst!“ kommt meist nicht so gut an und kann genau das Gegenteil von dem bezwecken, was man erreichen möchte. Besser geeignet sind „Ich-Botschaften“ (wie: „Ich mache mir Sorgen, …/Mir ist aufgefallen, dass …“). Idealerweise wählt man dafür einen ruhigen Moment.
  • zuhören und akzeptieren, das jeder selbst entscheidet, ob er auf den Gesprächsversuch eingeht oder nicht. Jede/jeder muss selbst bereit sein für eine Veränderung der Verhaltensweisen. Es kann auch sein, dass das Gegenüber beim Gespräch sehr verärgert reagiert.
  • sich beraten lassen und die Hilfe von Erwachsenen annehmen. Infos, Unterstützung und Hilfe bieten verschiedene Beratungsstellen sowie die Fachstellen für Suchtprävention an.
Weitere Infos zum Thema gibt es z.B. unter www.kenn-dein-limit.info.

Was können Eltern tun?

Die Familie spielt beim Umgang mit Alkohol eine wesentliche Rolle. Eltern sind Vorbilder – auch in der Pubertät. Allein deswegen sollten Sie nicht aus Gewohnheit trinken. Idealerweise informieren Eltern ihre Kinder über Risiken des Alkohols (z.B. Wirkung von Alkohol, Unfallgefahr, sexuelle Gewalt etc.).

Meist kommen Kinder über Familienfeste in Kontakt mit Alkohol. Das kann ein geschützter Rahmen sein, um kontrolliert und maßvoll einen Schluck zu nehmen. Alkohol zur freien Verfügung sollen Eltern bei Jugendlichen jedenfalls vermeiden – genauso wie gemeinsames regelmäßiges trinken. Auch zu einem gemeinsamen Gläschen zwischendurch mit „Ihren“ Teenagern sollten Sie nicht einwilligen. Verkaufen Lokale bzw. Geschäfte Alkohol an Jugendliche, die das 16. bzw. 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, sollten Sie die Inhaber zumindest darauf aufmerksam machen. Infos zum Jugendschutz und Altersgrenzen finden Sie unter www.help.gv.at.

Für den Alkoholkonsum der Jugendlichen ist unter anderem der Erziehungsstil ausschlaggebend. Oft ist der Konsum der Jugendlichen wesentlich geringer, wenn Eltern über wichtige Dinge im Leben der Teenager Bescheid wissen. Stehen Eltern ihren Kindern und deren Leben mit geringem Interesse gegenüber, kann dies den Alkoholkonsum erhöhen.

Bemerken Sie, dass Ihr Kind früh und/oder regelmäßig zu alkoholischen Getränken greift, versuchen Sie, die Ursachen dafür herauszufinden. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, und versuchen Sie, gemeinsam eine Lösung zu finden. Informationen erhalten Sie unter anderem bei Beratungsstellen.

Die Schule mischt beim Alkoholkonsum ebenfalls mit. Deutlich seltener trinken beispielsweise Schülerinnen und Schüler, die ihre Lehrerinnen und Lehrer als fair, freundlich und hilfsbereit erleben sowie sich in der Schule wohlfühlen. Viele Schulen bieten spezielle Programme und Aktionen zum Thema Alkohol an.

Infos & Broschüren

Umfassende Infos, Folder, Broschüren sowie Wissenswertes zum Thema Alkohol bieten die Fachstellen für Suchtprävention der Bundesländer. Außerdem findet man hier Infos zu verschiedenen Aktionen sowie Beratungsmöglichkeiten. Die Materialien sind teils für Eltern, Lehrerinnen und Lehrer sowie für Jugendliche gedacht. Nach Beratungsstellen in den Bundesländer kann man unter www.familienberatung.gv.at suchen.

Infos zu Sucht und Suchtprävention in der Schule:

Verschiedene Broschüren und Faltblätter für Eltern, Lehrerinnen und Lehrer: www.dhs.de

Nach Einrichtungen, die Beratung, aber auch ambulante oder stationäre Betreuung anbieten, kann man im Österreichischen Suchthilfekompass suchen.

Infos zur Alkoholabhängigkeit.

Die verwendete Literatur finden Sie im Quellenverzeichnis.

Zuletzt aktualisiert am: 07.09.2012
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