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Stress im Berufsleben

Mann mit Arbeit eingedeckt © Yuri Arcurs

Wachsende berufliche Anforderungen, Leistungsdruck oder Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren – Stress und Arbeitsleben gehen oft Hand in Hand. Daneben gilt es oftmals auch noch, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Wir können aber nicht wie unsere steinzeitlichen Vorfahren mit Angriff oder Flucht reagieren, z.B. aus einem Meeting einfach flüchten, wenn es anders läuft als vorgesehen. Es braucht also Bewältigungsstrategien, die der heutigen Zeit angepasst sind. Seitens des Arbeitgebers sollten Maßnahmen getroffen werden, die nicht nur für körperliche Gesundheit am Arbeitsplatz sorgen, sondern auch dem Schutz der psychischen Gesundheit Beachtung schenken.

Arbeit kann aber auch Spaß machen und positive Herausforderungen bieten. Berufliche Tätigkeit wird finanziell vergolten und sichert somit den Lebensunterhalt. Soziale Kontakte und die Einbindung in die Gesellschaft stärken und bieten Entwicklungspotenziale. Kommt es zum Verlust des Arbeitsplatzes, bedeutet dies nicht selten existenzielle Ängste. Regelmäßige Tagesabläufe und Kontakte mit Kolleginnen/Kollegen fehlen. Das Selbstwertgefühl sinkt und Unzufriedenheit oder körperliche Beschwerden machen sich breit. Somit kann Arbeit ein ganz wesentlicher positiver, aber auch negativer Faktor im Leben eines Menschen sein.

Vom chronischen Stress zur Erschöpfung

Andauernde Stresssituationen bleiben häufig nicht ohne Folgen für die seelische und körperliche Gesundheit. Das Stressmodell nach Rohmert & Rutenfranz stellt Zusammenhänge der Arbeitswissenschaft verständlich dar. Demnach kann Beanspruchung entweder zu Überforderung, Unterforderung, Frustration oder Bedrohung führen.

Aus diesen Faktoren leiten sich folgende Konsequenzen ab:

  • Überforderung → Müdigkeit
  • Unterforderung → Monotonie
  • Frustration → Sättigung
  • Bedrohung → Stress

In der Folge entstehen Ermüdung und/oder chronischer Stress. Diese münden in Erschöpfung und gehen einher mit Arbeits-, Lebens- oder Partnerunzufriedenheit. Daraus können Erkrankungen oder Störungsbilder psychischer oder körperlicher Natur resultieren.

Stressfaktoren in der Arbeitswelt

Bestehen am Arbeitsplatz ungünstige Bedingungen, fördert das Stress. Zu diesen Faktoren zählen beispielsweise:

  • mangelnder Informationsfluss,
  • unklare Aufgabenstellung oder Arbeitsbereiche,
  • häufige Störungen und Unterbrechungen,
  • häufiger enger beruflicher Kontakt mit Menschen (dies kann zu emotionaler Erschöpfung führen),
  • geringer Rückhalt im Team,
  • mangelnde Abgrenzung,
  • Zwang, Gefühle zu zeigen, die gar nicht der tatsächlichen Stimmung entsprechen,
  • hoher Zeitdruck,
  • Konflikte,
  • suboptimale Umgebungsbedingungen wie etwa Lärm, Hitze oder eine einseitige Körperhaltung,
  • Mobbing,
  • Kooperationszwänge (große Abhängigkeit),
  • wenig Anerkennung sowie
  • triste oder mangelnde Zukunftsaussichten.

Diese Liste ließe sich beliebig lange erweitern und hängt auch vom individuellen Stressempfinden ab. Außerdem beeinflussen sich die Faktoren gegenseitig – so wirken sich Konflikte beispielsweise auch auf andere Bereiche aus.

Besonders stressfördernde Konstellationen

Manche Kombinationen von Stressoren fördern Stress in besonderem Maße, wie etwa die Kombination von Überforderung und mangelnder Selbstbestimmung. Ebenso das gemeinsame Auftreten von Eintönigkeit und Überforderung oder psychische Unterforderung begleitet von geringem Handlungsspielraum.

Haben die Betroffenen allerdings das Gefühl, dass sich eine unangenehme Situation wieder zum Positiven wenden wird, kommt es zu einem geringeren Stressempfinden. Je undurchsichtiger (man weiß nicht genau, was auf einen zukommt) die stressende Situation ist, desto höher kann das Stresspotenzial sein. Es ist in diesem Fall schwierig zu erkennen, ob es sich um eine tatsächliche „Bedrohung“ handelt.

Arbeitsstress und seine Folgen

Entsteht chronischer Stress, können seelische und körperliche Beschwerden die Folge sein. So treten bei den Betroffenen etwa Rückenschmerzen, Schlafstörungen oder Konzentrationsstörungen auf. Wobei darauf zu achten ist, ob es dafür nicht auch andere Ursachen gibt.
Stress führt indirekt zu einer ungesünderen Lebensweise z.B. wenig Bewegung, Rauchen oder zu wenig Entspannung und kann so Einfluss auf die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und anderen Krankheiten haben.

Belastungen im Arbeitsleben können auch in die Burnout-Spirale führen. Zynismus, emotionale Erschöpfung oder depressive Verstimmungen – die Palette der Hinweise auf ein Burnout ist vielfältig. Nähere Informationen finden Sie unter Burnout.

Vorbeugen statt abwarten

Gesundheitlich vorsorgen macht sich nicht nur im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung bezahlt. Auch im Berufsleben können präventive Maßnahmen gesetzt werden. Nähere Informationen finden Sie unter Gesundes Engagement im Beruf und unter So entgehen Sie dem „Ausbrennen“. Beginnen Sie lieber früher als zu spät, auf Ihr seelisches Gleichgewicht und Ihre Gesundheit zu achten. Ihr Körper und Ihre Psyche werden es Ihnen danken.

Die verwendete Literatur finden Sie im Quellenverzeichnis.

Zuletzt aktualisiert am: 01.06.2012
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