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Verhütung & Rauchen

Rauchende Frau © Stas Perov

Bei der Auswahl und Einnahme hormoneller Verhütungsmittel gilt es, eine Reihe von (Risiko-)Faktoren zu beachten. Wird etwa das Rauchverhalten nicht berücksichtigt, kann es zu unerwünschten Komplikationen wie der Bildung eines Blutgerinnsels kommen.

Das Auftreten von Nebenwirkungen im Zusammenhang mit hormoneller Verhütung wird durch bestimmte Erkrankungen, aber auch durch den persönlichen Lebensstil (z.B. Rauchen) beeinflusst. Ernsthafte Komplikationen betreffen vor allem das Gefäßsystem. Dazu zählt insbesondere das Risiko für Thrombosen, Lungenembolien, Herzinfarkte oder Schlaganfälle. Vor allem der Nikotinkonsum und das Alter der Frau erhöhen dabei das Komplikationsrisiko. So verengt Nikotin beispielsweise die Blutbahnen, verschlechtert dadurch die Durchblutung der Gefäße und erhöht den Blutdruck. Aber auch Bewegungsmangel und starkes Übergewicht tragen zu einem erhöhten Thromboserisiko bei.

In folgenden Fällen sollte beispielsweise auf eine hormonelle Verhütung verzichtet oder nur nach ausreichender Aufklärung verabreicht werden:

  • bei starkem Nikotinkonsum,
  • ab einem Alter von ca. 35 Jahren,
  • bei stattgehabten Thrombosen
  • bei familiären Gerinnungsstörungen
  • bei Bluthochdruck
  • bei cardiovaskuären (das herz und Gefäßsystem betreffende) Erkrankungen wie Schlaganfall, Herzinfarkt, etc.
  • bei schwerem Diabetes mellitus

Bei Erkrankungen wie z.B. Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen ist eine ärztliche Abklärung unbedingt notwendig. Frauen, die hormonell verhüten möchten, sollten sich über sämtliche Wirkungen und mögliche unerwünschte Nebenwirkungen des gewünschten Hormonpräparates informieren. In einem ausführlichen Gespräch mit der Gynäkologin/dem Gynäkologen wird abgeklärt, welches Verhütungsmittel den jeweiligen Bedürfnissen der Frau – unter Rücksichtnahme auf eventuell vorhandene Risikofaktoren – am besten entspricht.

Verhütung und Rauchen bei jungen Mädchen

Einer Untersuchung der OECD (2009) zufolge rauchen in Österreich bereits 30 Prozent der 15-jährigen Mädchen. In diesen Altersabschnitt fällt meist auch der Beginn der sexuellen Aktivität und somit die Entscheidung für eine bestimmte Verhütungsmethode. Wegen des erhöhten Gesundheitsrisikos sollten sich junge rauchende Frauen ausführlich über die Vor- und Nachteile hormoneller Verhütung informieren. Aufgrund der steigenden Anzahl junger Raucherinnen gehen Ärztinnen und Ärzte bei der Erstberatung zur Empfängnisverhütung besonders auf diese Problematik ein.

Welche Alternativen haben Raucherinnen?

Entscheidet sich eine Frau für ein hormonelles Verhütungsmittel, sollte sie auf ein Normalgewicht und ausreichende Bewegung achten sowie auf Zigaretten verzichten bzw. den Konsum deutlich einschränken. Starke Raucherinnen sollten aufgrund des erhöhten Risikos für Komplikationen keine östrogenhaltigen Verhütungsmittel anwenden. Pille, Vaginalring oder Verhütungspflaster kommen daher für sie nicht infrage.

Stellt die Gynäkologin/der Gynäkologe eine absolute Kontraindikation für eine hormonelle Verhütungsmethode fest, wird eine Alternative zu östrogenhaltigen Mitteln gewählt. Häufig wird Raucherinnen die Verwendung östrogenfreier bzw. gestagenhaltiger Kontrazeptiva wie Minipille, Hormonstäbchen oder Dreimonatsspritze empfohlen. Auch mechanische, chemische oder natürliche Verhütungsmethoden sowie die Hormon- (enthält Gestagen) oder Kupferspirale können in Betracht gezogen werden. Ist die Familienplanung bereits abgeschlossen, kann auch die Sterilisation in Erwägung gezogen werden.

Rauchstopp in der Schwangerschaft

Wenn Sie als Raucherin trotz Verhütung schwanger werden, sollten Sie unbedingt das Rauchen umgehend aufgeben, um nicht die Gesundheit Ihres Kindes zu gefährden. Denn Nikotin vermindert die Durchblutung von Gebärmutter (Uterus) und Mutterkuchen (Plazenta). In weiterer Folge kann dies zu einer Mangelentwicklung des Kindes führen. Raucherinnen bringen im Vergleich zu Nichtraucherinnen häufiger Kinder mit niedrigem Geburtsgewicht und geringerer Körpergröße zur Welt. Außerdem ist bei ihnen die spontane Abortrate (Abort) doppelt so hoch wie bei Nichtraucherinnen. Zudem wird Rauchen in der Schwangerschaft mit einer erhöhten Rate des plötzlichen Kindstodes (SIDS) in Verbindung gebracht. Weitere Informationen erhalten Sie unter Rauchstopp vor der Schwangerschaft.

Wohin kann ich mich wenden?

Um erfolgreich mit dem Rauchen aufzuhören, kann eine entsprechende Beratung hilfreich sein. Dafür gib es vielfältige Beratungs- und Behandlungsangebote. Wohin Sie sich wenden können und wie die Kostenabdeckung erfolgt, erfahren Sie hier.

Die verwendete Literatur finden Sie im Quellenverzeichnis.

Zuletzt aktualisiert am: 06.08.2012
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