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Welche Abteilungen gibt es in einem Krankenhaus?

Eingang zum OP-Bereich © a.aperture
Ein Krankenhaus hat verschiedene Fachabteilungen. In ganz Österreich existieren derzeit insgesamt 25 medizinische Fachrichtungen, in denen Patientinnen und Patienten stationär behandelt werden, wobei nicht jedes Krankenhaus alle Fachrichtungen anbietet.  

Welche Fachabteilungen gibt es?

Die Anzahl der Fachabteilungen hängt vom Versorgungsauftrag des jeweiligen Krankenhauses ab (siehe System Krankenhaus). Im Folgendem soll ein Überblick über die Angebote an Fachabteilungen geboten werden. Aufgrund der Gliederung medizinischer Fachabteilungen in verschiedenen Spezialfachgebieten (Chirurgie: z.B. Spezialabteilung für Gefäßchirurgie, Herzchirurgie, Toraxchirurgie) erfolgt die Aufzählung der Abteilungen nur beispielhaft.

In Österreich können Patientinnen und Patienten in folgenden medizinischen Disziplinen stationär behandelt werden:

  • Akutgeriatrie/Remobilisation (medizinische Versorgung von Patientinnen und Patienten in höherem Lebensalter mit dem Schwerpunkt Remobilisation nach einer Erkrankung oder Operation)
  • Anästhesiologie und Intensivmedizin (Narkosen, Notfallmedizin, Schmerztherapie)
  • Augenheilkunde
  • Chirurgie (Operationen)
  • Dermatologie (Hauterkrankungen)
  • Gynäkologie und Geburtshilfe (Frauenheilkunde)
  • Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
  • Innere Medizin (Erkrankungen der inneren Organe, Stoffwechsel- bzw. Krebserkrankungen)
  • Kinder- und Jugendchirurgie
  • Kinder- und Jugendheilkunde
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie
  • Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
  • Neurochirurgie (Diagnose und operative Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems)
  • Neurologie (Diagnose und konservative Therapie von Erkrankungen des Nervensystems)
  • Nuklearmedizin (Diagnose und Therapie mit radioaktiven Substanzen)
  • Orthopädie und orthopädische Chirurgie (Erkrankungen des Bewegungsapparats)
  • Palliativmedizin (lindernde Behandlung unheilbar kranker Menschen)
  • Plastische Chirurgie
  • Psychosomatik (Lehre vom Zusammenspiel von Körper und Seele)
  • Psychiatrie (seelische Erkrankungen)
  • Pneumologie (Lungenkrankheiten)
  • Strahlentherapie-Radioonkologie
  • Unfallchirurgie
  • Urologie (Erkrankungen von Niere, Harnblase, Harnleiter und Harnröhre, Erkrankungen der Geschlechtsorgane des Mannes)
  • Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Innerhalb der Fachrichtungen kann es weitere Spezialisierungen geben. So legt z.B. eine Abteilung der Inneren Medizin ihren Schwerpunkt auf Herz-, die andere auf Krebserkrankungen und die dritte auf Nierenkrankheiten. Das erklärt, warum es in manchen Schwerpunkt- oder Zentralkrankenhäusern eine erste, zweite oder dritte „Medizinische Abteilung“ gibt (abgekürzt z.B. I Med.).

Für die Fachabteilungen gibt es manchmal in einem Krankenhaus mehrere Bettenstationen. Weiters besteht auch noch die Möglichkeit des „gemischten Belags“. In diesem Fall liegen Patientinnen und Patienten verschiedener Fachrichtungen auf einer Station. Es gibt aber auch nicht bettenführende Organisationseinheiten, sogenannte Institute, z.B. Labormedizin, Röntgen, physikalische Medizin und der OP-Bereich.

Zu einem Krankenhaus gehören nicht nur die medizinischen Abteilungen, sondern auch andere Einrichtungen wie etwa Diätberatung, Sozialarbeit, klinische Psychologie, Seelsorge, aber auch Verwaltungsbereiche wie beispielsweise Küche, Wäscherei, Hausreinigung, Apotheke und der technische Dienst.

Wie ist eine medizinische Abteilung aufgebaut?

Jede Abteilung eines Spitals hat eine medizinische und eine pflegerische Leitung. An der Abteilungsspitze steht auf ärztlicher Seite die Abteilungsvorständin oder der Abteilungsvorstand (Primaria oder Primar) und auf der pflegerischen Seite die Stationsleiterin bzw. der Stationsleiter. Eine Stationsleitung ist in der Regel nur für eine Station zuständig. Oberschwestern, Oberpfleger haben die Leitung über mehrere Stationen.

Die Ärztinnen und Ärzte einer Abteilung:

  • Primaria/Primar: Sie stehen der Abteilung vor und sind letztverantwortlich für die medizinische Betreuung.
  • Oberärztinnen/Oberärzte sowie Fachärztinnen/Fachärzte: Sie arbeiten direkt mit den Patientinnen und Patienten. Sie leiten die täglichen Visiten und den Ambulanzbetrieb.
  • Stationsärztinnen/Stationsärzte: Diese sind Allgemeinmedizinerinnen/-mediziner.
  • Assistenzärztinnen/Assistenzärzte: Sie befinden sich in der Facharztausbildung.
  • Turnusärztinnen/Turnusärzte: Sie haben ihr Medizinstudium abgeschlossen und befinden entweder in der letzten Ausbildungsstufe zur Ärztin/zum Arzt für Allgemeinmedizin (Dauer der Ausbildung drei Jahre) oder in der Ausbildung zur Fachärztin/zum Facharzt (Dauer der Ausbildung sechs Jahre). Nach erfolgreichem Abschluss erwirbt die junge Ärztin/der junge Arzt das Ius practicandi und ist damit zur selbständigen Berufsausübung als Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin oder als Fachärztin/Facharzt berechtigt.

In kleineren öffentlichen Krankenanstalten ist es auch üblich, dass Fachärztinnen/Fachärzte eines bestimmten Fachgebietes, das es nicht mit einer eigenen Abteilung in diesem Krankenhaus gibt, als Konsiliarärztinnen/Konsiliarärzte beigezogen werden. Sie haben auch die Möglichkeit im Krankenhaus Privatpatientinnen/Privatpatientn zu operieren. Solche Ärztinnen/Ärzte gelten als sogenannte Belegärztinnen/Belegärzte.

Was geschieht auf der Intensivstation?

Wer besondere medizinische Behandlung braucht und rund um die Uhr überwacht werden muss, wird auf der Intensivstation betreut (auch Intensive Care Unit, ICU: engl. für Intensivstation). Lebensbedrohliche Erkrankungen wie z.B. Herzinfarkt oder Organversagen etc. werden auf einer Intensivstation behandelt. Sobald sich der Gesundheitszustand bessert, wird die Patientin/der Patient auf die Normalstation verlegt.

Intensivstationen zeichnen sich dadurch aus, dass sie im Vergleich zu Normalstationen über mehr Personal und eine erweiterte technische Ausstattung verfügen. In kleinen Spitälern gibt es meist eine Intensivstation für unterschiedliche Erkrankungen. Große Spitäler betreiben mehrere Intensivstationen, die auf verschiedene Fachgebiete spezialisiert sind, z.B. auf Herzchirurgie.

Um Krankheitserreger fernzuhalten, wird die Intensivstation über eine Schleuse betreten. Besucherinnen und Besucher müssen in dieser Schleuse Schutzkleidung und -masken anziehen und die Hände desinfizieren. Zur selben Zeit dürfen meist nur zwei Besucherinnen und/oder Besucher an das Krankenbett.

In vielen Spitälern gibt es auch sogenannte Intermediate Care Units (IMCU). Eine IMCU ist keine Mischung aus Intensiv- und Normalstation, da die IMCU einer krankenanstaltenrechtlichen Bewilligung bedarf und hiefür auch besondere personelle und apparative Ausstattungen vorgeschrieben sind.


Die verwendete Literatur finden Sie im Quellenverzeichnis.

Zuletzt aktualisiert am: 17.09.2013
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