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Qualität im Gesundheitswesen

Das medizinische Wissen entwickelt sich ständig weiter – und damit auch die medizinische Versorgung. Um eine hohe Qualität im österreichischen Gesundheitswesen sicherzustellen und laufend zu verbessern, wurde im Dezember 2004 das Gesundheitsqualitätsgesetz (GQG) erlassen. Darin ist der Aufbau eines gesamtösterreichischen Qualitätssystems vorgesehen. Genauere Rahmenbedingungen für die Umsetzung legen Bund und Länder in der Vereinbarung gemäß Art.15a B-VG über die Organisation und Finanzierung des Gesundheitswesens fest.

Qualitätssystem für das Gesundheitswesen

Das Bundesinstitut für Qualität im Gesundheitswesen (BIQG) wurde vom Bund mit der Entwicklung, Umsetzung und regelmäßigen Evaluation eines gesamtösterreichischen Qualitätssystems betraut. Die Konzepte werden im Einvernehmen mit allen wichtigen Entscheidungsträgern des Gesundheitswesens entwickelt. Erste Teile, wie ausgewählte Qualitätsregister oder die Qualitätsplattform zur Qualitätsberichterstattung, sind bereits erarbeitet.

Auf der Website des Bundesministeriums für Gesundheit finden Sie weitere Informationen zum Thema Qualitätsentwicklung im Gesundheitswesen und zu den Bundesqualitätsstandards.

Prinzipien


Das Qualitätssystem soll auf folgenden Prinzipien basieren:

  • Patientinnen- und Patientenorientierung: Die Betroffenen sollen im Mittelpunkt der Entscheidungen stehen und dabei unterstützt werden, ihre Lebensqualität selbst mitzugestalten und zu verbessern.
  • Transparenz: Die erbrachten Leistungen und ihre Ergebnisse sollen durch Dokumentation nachvollziehbar sein. Die Transparenz ist die Basis für Vergleiche zur Qualitätsverbesserung.
  • Effektivität: Der Zielerreichungsgrad in Bezug auf die Gesundheitsversorgung soll gesteigert werden – also, in welchem Ausmaß Bürgerinnen/Bürger bzw. Patientinnen/Patienten gesund bleiben oder wieder gesund werden.
  • Effizienz: Das Verhältnis zwischen dem Einsatz von Mitteln und dem Ergebnis – bezogen auf eine Gesundheitsleistung – soll ebenfalls erhöht werden.

Inhalte


Das Qualitätssystem selbst umfasst im Wesentlichen folgende Bereiche:

  • Strukturen: Die personelle und sachliche Ausstattung von Einrichtungen, die Gesundheitsleistungen erbringen, werden in Menge und Qualität beschrieben, z.B. die Anzahl an Fachärztinnen/Fachärzten, Geräten oder Betten in einer Versorgungsregion oder in einem Spital. Dieser Bereich wird als Strukturqualität bezeichnet. Basis für die Umsetzung und Entwicklung ist der Österreichische Strukturplan Gesundheit (ÖSG) mit seinen Standards.
  • Abläufe: Behandlungs- und Arbeitsabläufe (Prozesse) werden nach dem Stand des professionellen Wissens beschrieben, z.B. in verbindlichen Richtlinien oder empfohlenen Leitlinien. Dieser Bereich wird als Prozessqualität bezeichnet. Ein Beispiel ist die Bundesqualitätsleitlinie für Diabetes mellitus Typ 2 (2009). Sie beschreibt, welche Anforderungen zu erfüllen sind, damit Diabetes-Patientinnen/Diabetes-Patienten optimal versorgt und somit schwere Folgeerkrankungen vermieden werden können.
  • Ergebnisse: Veränderungen des Gesundheitszustands, der Lebensqualität und der Zufriedenheit der Patientinnen/Patienten werden gemessen, dokumentiert und ausgewertet. Durch den Vergleich der Ergebnisse können die Leistungserbringer (z.B. Spitäler) die Qualität der medizinischen Versorgung sicherstellen und verbessern. Diesen Bereich bezeichnen Expertinnen/Experten auch als Ergebnisqualität. Dazu führt das BIQG im gesetzlichen Auftrag Qualitätsregister für ausgewählte medizinische Bereiche (z.B. Herzchirurgie, Allgemein-Chirurgie, Herzschrittmacher, Hüftendoprothesen, Lungenkrebs und Stroke Units). In den Registern werden Daten – etwa zu Versorgungsabläufen, Transport, Wartezeiten, Wiedereingriffen nach Operationen oder Komplikationen – gesammelt und ausgewertet. In Zusammenarbeit mit den medizinischen Fachgesellschaften werden die Ergebnisse interpretiert und an die Leistungserbringer (z.B. Spitäler) zurückgemeldet. So können die Einrichtungen im Anlassfall selbst geeignete Maßnahmen der Qualitätsverbesserung einleiten.
  • Information: Um die Transparenz im Gesundheitswesen zu verbessern, werden Informationen über Gesundheits- und Qualitätsthemen für die Öffentlichkeit erarbeitet. Als Grundlagen für Entscheidungen der Akteure des Gesundheitswesens (z.B. Bund, Länder, Sozialversicherung) werden Qualitätsberichte und Health Technology Assessments (HTA) ausgearbeitet.

Qualitätssicherung in Spitälern

Die Eigentümer von Spitälern sind gesetzlich verpflichtet, Maßnahmen der Qualitätssicherung vorzusehen. Dadurch sollen auch vergleichende Prüfungen mit anderen Spitälern möglich werden. In jedem bettenführenden Krankenhaus ist eine Kommission für Qualitätssicherung einzusetzen, darin sind der ärztliche Dienst, der Pflegedienst, der medizinisch-technische Dienst und der Verwaltungsdienst vertreten. Manche Spitäler veröffentlichen die gesetzten Qualitätsmaßnahmen und Ziele in eigenen Qualitätsberichten.

Qualitätssicherung niedergelassener Ärztinnen/Ärzte

Die Qualitätssicherung der Arztordinationen ist im Ärztegesetz festgehalten. Die Abwicklung erfolgt durch die ÖQMed (Österreichische Gesellschaft für Qualitätssicherung & Qualitätsmanagement in der Medizin GmbH), ein Tochterunternehmen der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK). Die ÖQMed veröffentlichte 2009 die Ergebnisse der Bewertung der Arztpraxen in einem Qualitätsbericht.

Nähere Informationen zum gesamtösterreichischen Qualitätssystem und zu aktuellen Projekten finden Sie auf der Website der GÖG/BIQG.

Auf der Website der ÖQMed finden Sie aktuelle Informationen über die Qualitätsinitiativen der Österreichischen Ärztekammer.

Zuletzt aktualisiert am: 13.01.2012
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