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Pille danach

Junges Pärchen im Bett ©  Ivan Blitznetsov
In fast allen Ländern Westeuropas ist die „Pille danach“ schon mehr als zehn Jahre rezeptfrei erhältlich. Seit Dezember 2009 ist auch in Österreich für die „Notfallpille“ kein Rezept mehr erforderlich. Expertinnen und Experten erhoffen sich durch den leichteren Zugang zur „Pille danach“ einen Rückgang bei Schwangerschaftsabbrüchen.  

Was ist die „Pille danach“?

Die „Pille danach“ ist eine Maßnahme zur Notfallverhütung. Die Einnahme der „Notfallpille“ kann nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr,  z.B. bei Versagen einer Verhütungsmethode wie gerissenes Kondom, eine mögliche unerwünschte Schwangerschaft verhindern.

Nur für den Notfall!

Die „Pille danach“ ist nicht so wirksam wie andere Verhütungsmittel. Sie ist deshalb nicht als Ersatz für eine regelmäßige Verhütung – wie z.B. die Pille oder Spirale geeignet –, sondern nur für den Notfall vorgesehen.

Wie wirkt die „Pille danach“?

Beim Wirkstoff Levonorgestrel handelt es sich um ein Hormon, das den Eisprung unterdrückt bzw. verzögert. Dadurch wird die Befruchtung der Eizelle verhindert.
Voraussetzung für die Wirkung:

  • Der ungeschützte Geschlechtsverkehr hat vor dem Eisprung stattgefunden. Wenn die Einnistung der befruchteten Eizelle schon begonnen hat, wirkt die „Pille danach“ nicht mehr.
  • Die „Notfallpille“ muss deshalb so bald wie möglich – am besten innerhalb von zwölf Stunden, keinesfalls jedoch später als 72 Stunden (drei Tage) – nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden.



Hinweis Die „Pille danach“ kann eine Schwangerschaft nur dann verhindern, wenn sie innerhalb von 72 Stunden eingenommen wird. Danach ist sie wirkungslos.
Eine bereits bestehende Schwangerschaft wird durch die Einnahme der „Pille danach“ nicht beendet. Auch für den Embryo besteht keine Gefahr von Missbildungen. Die Pille danach ist keine "Abtreibungspille", auch wenn sie häufig mit ihr verwechselt wird.

Wie zuverlässig ist die „Pille danach“?

Die Sicherheit der „Pille danach“ hängt davon ab, wie viel Zeit seit dem ungeschützten Geschlechtsverkehr vergangen ist. Am sichersten ist sie innerhalb der ersten zwölf Stunden (97–99 Prozent). Danach sinkt die Zuverlässigkeit. Sind bereits mehr als 72 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr vergangen, ist keine Wirkung mehr gegeben.

Ob die „Pille danach“ auch tatsächlich ihren Zweck erfüllt hat, lässt sich von der Frau nicht durch eindeutige äußere Anzeichen (z.B. eine Zwischenblutung) feststellen. Nach der Einnahme kommt es normalerweise zur üblichen Monatsblutung, die sich jedoch etwas verzögern kann. Verspätet sich die Menstruation länger als fünf Tage, machen Sie einen Schwangerschaftstest oder wenden Sie sich an eine Gynäkologin/einen Gynäkologen.

Hinweis Die „Pille danach“ wirkt nur für eine kurze Zeitspanne. Falls es nach der Einnahme der „Notfallpille“ nochmals zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr kommt, hat sie keine verhütende Wirkung. Es besteht erneut das Risiko, schwanger zu werden. Daher sollte unbedingt nach der Einnahme der „Notfallpille“ – bis zur nächsten Monatsblutung – ein lokales Verhütungsmittel (zum Beispiel ein Kondom) verwendet werden.

Wann ist es sinnvoll, die „Pille danach“ einzunehmen?

Jede Frau im gebärfähigen Alter kann in die Situation kommen, in der sie eine Notfallverhütung benötigt, um eine mögliche ungewollte Schwangerschaft zu verhindern.

Mögliche „Notfälle“:

  • Fehlende Verhütung
  • Fehler bei der Anwendung des Verhütungsmittels. Beispielsweise:
    • Abgerutschtes oder gerissenes Kondom
    • Vergessene Pilleneinnahme
    • Verrutschtes Diaphragma
    • Überschrittener Termin für die Drei-Monats-Spritze (um mehr als zwei Wochen)
  • Vergewaltigung

Hinweis Nach der Einnahme der „Pille danach“ wird eine Kontrolle durch eine Gynäkologin/einen Gynäkologen empfohlen.

Mögliche Nebenwirkungen der „Pille danach“

Wie bei jedem anderen Arzneimittel können auch bei der „Pille danach“ Nebenwirkungen auftreten, diese sind aber selten und ungefährlich. Zu den möglichen Nebenwirkungen zählen:

  • Unregelmäßige Menstruationsblutungen (Zwischen- und Schmierblutungen, verspätete oder starke Monatsblutung)
  • Übelkeit
  • Unterbauchschmerzen
  • Schwindel
  • Kopfschmerz
  • Erbrechen
Kommt es innerhalb von drei Stunden nach der Einnahme zum Erbrechen, muss die „Pille danach“ nochmals eingenommen werden, da die Wirkung eingeschränkt sein kann.

Hinweis Treten nach der Einnahme der „Notfallpille“ Nebenwirkungen auf, wenden Sie sich an Ihre Gynäkologin/Ihren Gynäkologen.

Wo erhalte ich die „Pille danach“?

Die „Pille danach“ ist in allen österreichischen Apotheken rezeptfrei erhältlich. Und zwar ohne Altersbeschränkung. Das heißt, auch Jugendliche können diese ohne Probleme kaufen. Apotheken und Nachtdienstapotheken in Ihrer Nähe finden Sie unter

Services/Apothekensuche.

Die Kosten für die „Pille danach“ müssen die Betroffenen selbst übernehmen. Die „Notfallpille“ kostet ca. zwölf Euro.

Hier finden Sie einen Folder des Bundesministeriums für Gesundheit zur „Pille danach".

Hinweis Seit Jänner 2010 gibt es eine neue „Pille danach“. Sie enthält einen anderen Wirkstoff als die herkömmliche gestagenhaltige „Pille danach“. Die neue „Pille danach“ ist nicht rezeptfrei erhältlich.

Weitere Informationen zum Thema „Verhütung“:

Nützen Sie das kostenlose Bestellservice des Bundesministeriums für Gesundheit für Broschüren und Informationsmaterialien unter folgender E-Mail-Adresse: broschuerenservice [at] bmg [dot] gv [dot] at bzw. unter der Telefon-Nummer: 0810/81 81 64.

Die verwendete Literatur finden Sie im Quellenverzeichnis.

Zuletzt aktualisiert am: 03.09.2012
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