Logo des Gesundheitsportals

Kinder und Medikamente

Krankes Kind erhält Medizin © Sean Prior
Sollte es notwendig sein, Ihrem Kind Medikamente zu verabreichen, lassen Sie sich von Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt ausführlich aufklären. Bei der Verabreichung von Medikamenten an Kinder gelten besondere Regeln, da Medikamente nicht in jedem Alter gleich verträglich sind.
Der Körper eines Neugeborenen lässt sich zum Beispiel nicht mit dem eines älteren Kindes vergleichen. Daher ist das Gespräch mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt hier besonders wichtig und sollte entsprechend ausführlich erfolgen. Informationen zur ärztlichen Aufklärungspflicht und zu Ihren Rechten erhalten Sie unter: Das ärztliche Aufklärungsgespräch.

Seit Jänner 2007 gilt die EU-Verordnung für Kinderarzneimittel (Paediatric Regulation). Mit dieser Verordnung reagierte die Europäische Union auf ein Thema, mit dem man immer wieder konfrontiert ist: Kinder erhalten Medikamente, deren Wirkung zwar an Erwachsenen, jedoch nicht immer auch an Kindern untersucht wurde. Auch deshalb, weil sich bei medizinischen Studien mit Kindern ethische Probleme auftun. Hinzu kommt, dass nicht alle an Kinder verabreichten Medikamente auch für die Behandlung an Kindern zugelassen sind. Dieser sogenannte „Off-Label-Use“ ist zwar üblich, birgt aber auch das Risiko für Überdosierungen oder Nebenwirkungen.

Ziel der EU-Verordnung ist es, die Gesundheit von Kindern zu verbessern, ohne sie unnötigen Studien auszusetzen. Laut Paediatric Regulation sollen Forschung, Entwicklung und Zulassung von Kinderarzneimitteln verstärkt betrieben werden. Eingeschlossen in die Verordnung sind Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr.

Wollen Hersteller nun Medikamente auf den Markt bringen, müssen sie die Anwendung bei Kindern berücksichtigen. Dies gilt auch für Änderungen, die das Anwendungsgebiet, die Zusammensetzung oder die Darreichungsform betreffen (Tabletten, Zäpfchen etc.). Hersteller sind zudem verpflichtet, einen Prüfplan vorzulegen, den der Pädiatrieausschuss der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) genehmigen muss.

Weitere Informationen zum Thema „Medikamente“ finden Sie hier.

Die verwendete Literatur finden Sie im Quellenverzeichnis.

Zuletzt aktualisiert am: 13.09.2012
Freigegeben durch:
Redaktion Gesundheitsportal
 
Logo des Bundesministeriums für Gesundheit
Transparente Grafik zwecks Webanalyse