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Ernährung von Säuglingen

Frau füttert Kind © AVAVA

Die Muttermilch mit ihren Nährstoffen enthält genau das, was Säuglinge in den ersten Lebensmonaten für eine gesunde Entwicklung benötigen. Zusätzlich hat das Stillen viele weitere Vorteile. Die Muttermilch schützt zum Beispiel vor Krankheiten wie Infektionskrankheiten. Expertinnen und Experten empfehlen daher, möglichst lange zu stillen.

Die ersten Lebensmonate

  • Stillen: Empfohlen wird ausschließliches Stillen für die ersten Lebensmonate. Beikost sollte in dieser Zeit nicht verabreicht werden. Die Einführung von Beikost (feste Nahrung) sollte um den 6. Lebensmonat erfolgen, nicht jedoch vor der 17. Lebenswoche und nicht nach der 26. Lebenswoche. Das Stillen deckt auch den Flüssigkeitsbedarf eines gesunden Kindes ab. Während der Stillzeit brauchen gesunde Säuglinge daher keine Extra-Gaben von Flüssigkeit.
  • Industriell hergestellte Säuglingsnahrung: Kann nicht gestillt oder aus verschiedenen Gründen nicht voll gestillt werden, wird industriell hergestellte Säuglingsnahrung, die sogenannte Säuglingsanfangsnahrung verabreicht. Pre-Nahrung ist am besten an das Nährstoffprofil der Muttermilch angepasst und sollte bevorzugt werden. Auch Mütter, die nicht stillen möchten, können Pre-Nahrung als Alternative heranziehen. Bei Kindern mit Allergierisiko wird die sogenannte HA-Nahrung (HA = hypoallergen) empfohlen.
  • Nicht geeignet: Herkömmliche Milch, auch in gewässerter Form, ist für Säuglinge im ersten Lebensjahr nicht geeignet. Vegetarischer Milchersatz wie zum Beispiel Reis- oder Mandelmilch ist ebenfalls ungeeignet.



 

Die Beikost

Laut Österreichischen Beikostempfehlungen sollte die Beikost zwischen Beginn des 5. Lebensmonats (17. Woche) und Ende des 6. Lebensmonats (26. Woche) langsam eingeführt werden – unabhängig davon, ob gestillt oder ob industriell hergestellte Säuglingsnahrung verwendet wird. Dabei sollte der individuelle Entwicklungsstand des Kleinkindes berücksichtigt werden. Ob ein Kind „reif“ für die Beikost ist, erkennen Sie unter anderem daran, wenn es Nahrung nicht mehr ausspuckt und schon erste Zähne durchbrechen. Wird mit der Beikost begonnen, kann nach Bedarf Flüssigkeit angeboten werden. Ab dem 10. Monat brauchen Kinder regelmäßig Flüssigkeit in Form von Getränken, idealerweise Wasser.

Die Beikost Schritt für Schritt einführen:

  • Eine strikte Beikostabfolge ist nicht erforderlich. Zu Beginn der Beikost sind gut verfügbare Eisen- und Zinkquellen wie Fleisch und Getreide wichtig. Eisenhaltige Lebensmittel sollten mit Vitamin-C-reichem Obst und Gemüse (z.B. Beeren, Fenchel, Broccoli) kombiniert werden. Dies verbessert die Verwertung des Eisens.
  • Geben Sie die Beikost in gedünsteter, warmer und pürierter Form.
  • Salz, Zucker, Honig und Süßungsmittel sind für Säuglinge nicht geeignet! Honig kann gefährliche Sporen enthalten, die für Kinder im 1. Lebensjahr unter Umständen tödlich sein können.
  • Lebensmittel wie Fisch, Nüsse und Eier können als Beikost gegeben werden. Das Meiden sogenannter allergener Nahrungsmittel hat keinen vorbeugenden Effekt.
  • Fischportionen im ersten Lebensjahr können sogar vor der Entwicklung allergischer Erkrankungen schützen. Fische wie Saibling, Lachs und Forelle sind gut zur Beikost geeignet. Weniger eignen sich fettreiche Fische wie Thunfisch, Schwertfisch, Heilbutt und Hecht aufgrund möglicher Schwermetallbelastung.
  • Gefährlich ist das ungewollte Einatmen (Aspiration) ganzer oder grob gehackter Nussstücke. Nüsse in geriebener Form (z.B. vermischt mit Brei) stellen kein Aspirationsrisiko dar.
  • Die Tageszeit der Beikostgabe ist nicht wichtig. Ob morgens, mittags oder abends – verlassen Sie sich auf die Vorlieben Ihres Babys.
  • Achten Sie bei der Zubereitung von Babykost auf Hygiene. Wichtig ist das Durchgaren von Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch und Eiern.
  • Es kann solange weiter gestillt werden, solange Mutter und Kind das möchten.
  • Pre-Nahrung kann weiterhin gegeben werden.
  • Ungeeignet sind diverse selbst durchgeführte Diäten und Kostformen (zum Beispiel Frischkornkost, vegane Kost).

Es wird empfohlen, zwischen Anfang des 5. und 7. Lebensmonats kleine Mengen Gluten (Getreide, Brot) einzuführen. Anfangs sollten pro Tag nicht mehr als sieben Gramm glutenhaltige Getreideprodukte gegeben werden. Diese Menge ist z.B. in einer halben Scheibe ungesüßtem Zwieback oder Brot (15 Gramm), einem Esslöffel gekochter Teigwaren, einem gehäuften Teelöffel Mehl oder Grieß oder einem Esslöffel Flocken enthalten. Nach zwei Wochen kann die Menge langsam erhöht werden.

Haben Sie Geduld bei der Gabe von Mahlzeiten mit neuen Geschmacksrichtungen. Es kann durchaus vorkommen, dass der Säugling Neues erst nach einigen Anlaufversuchen akzeptiert.

Hinweis Die Österreichischen Beikostempfehlungen gelten für gesunde, reif geborene Kinder, mit und ohne genetische Vorbelastung für allergische Erkrankungen sowie für gestillte als auch nicht gestillte Kinder.

Übergang zur Familienkost

Ab dem 10. bis 12. Lebensmonat beginnt der Übergang zur Familienkost. Es kann klein geschnittene, gewürfelte oder gehackte feste Nahrung angeboten werden. Bis zum Ende des ersten Lebensjahres sollte der Säugling im Familienrhythmus essen. Langsam können die Kleinen weiche Nahrungsmittel wie Bananen und klein geschnittene Portionen probieren – Schritt für Schritt bis hin zur „normalen“ Familienkost.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

Die verwendete Literatur finden Sie im Quellenverzeichnis.

Zuletzt aktualisiert am: 16.07.2012
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